Haustier
Schweizer wollen Billig-Hunde: Jeder zweite Hund kommt aus dem Ausland

Die Schweizer importieren immer mehr Hunde. Erstmals wird die Ausländerquote der neu gemeldeten Hunde bei über 50 Prozent liegen. Auf Platz eins der Import-Hunde befindet sich der Chihuahua, gefolgt vom Labrador Retriever.

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Der Trendhund, den die Schweizer gerne importieren: Der Chihuahua.

Der Trendhund, den die Schweizer gerne importieren: Der Chihuahua.

Keystone

In der Schweiz werden so viele Hunde importiert wie noch nie. «Dieses Jahr haben erstmals mehr als die Hälfte der neuregistrierten Hunde keinen Schweizer Pass», sagt Denise Delley, Geschäftsführerin der Tierdatenbank Anis, gegenüber der «Schweiz am Sonntag».

Bereits im letzten Jahr war die Ausländerquote der neu gemeldeten Hunde hierzulande auf 49 Prozent angestiegen. Das sind rund 23000 ausländische Hunde, oder fast doppelt so viele wie noch 2008.

Nun wird die 50-Prozent-Grenze überschritten. «Ich sehe keine Anzeichen, dass sich etwas an diesem Trend ändert», sagt Delley weiter.

Platz 1: Chihuahua

Auf Rang eins liegt der Chihuahua, gefolgt vom Labrador Retriever. Auf häufigsten werden die Tiere in den Nachbarsländern Frankreich, Deutschland und Italien gekauft. Den Grund für den tierischen Einkaufstourismus sieht Delley unter anderem in den Onlinebörsen wie Ebay, Tutti oder Anibis.

«Dort tummeln sich hunderte von Inseraten.» Komme hinzu, das die Hunde im Ausland oft billiger zu kaufen seien, erst recht mit der aktuellen Währungssituation.

In manchen Inseraten gäbe es Hunde bereits ab 50 Euro zu ergattern. Während in der Schweiz in Hund im Durchschnitt 400 Franken koste, so Delley. Zuchthunde aus einem Schweizer Tierheim hingegen würden mindestens 1500 Franken kosten.

Sie erachtet den Kauf per Internet als problematisch: «In diesen Fällen hat der Käufer den Hund und seine Mutter vorher noch nie gesehen, und hat oft keine Ahnung, wie sich der Hund verhält, wie er aufgewachsen ist und wie er vom Halter behandelt wurde.»