Tierschutz

Schweizer Tierschutz bemängelt Haltung von Labortieren

Kritik an Haltung von Labortieren

Kritik an Haltung von Labortieren

Tierversuche sollen nicht länger unter Ausschluss der Öffentlichkeit in den abgeschotteten Labors der Wissenschaftler stattfinden, ohne kritische Hinterfragung über deren Sinn und Berechtigung. Dies fordert der Schweizer Tierschutz (STS).

Seit 2003 sei die Zahl der jährlich in Tierversuchen verwendeten Tiere um 100 000 auf über 700 000 gestiegen, hiess es an einer Medienkonferenz des STS in Bern. Dabei dürften laut Gesetz Tierversuche nur bewilligt werden, wenn keine alternative Methoden zur Verfügung stünden.

Das töne gut, doch in der Praxis nütze dies den hunderttausenden Mäusen, Ratten, Meerschweinchen, Hunden, Katzen und Affen nichts, welche für teilweise fragwürdige Experimente oft unter langem, qualvollen Leiden ihr Leben lassen müssten. Zumindest auf die schwerbelastenden Tierversuche sei zu verzichten.

Der STS kritisiert auch die mangelnde Transparenz. Zwar führe der Bund eine zentrale Datenbank für Tierversuche ein, doch solle diese den Behörden und Forschern vorbehalten sein. Wenn Behörden, Forscher und Wirtschaft aber nichts zu verbergen hätten, gebe es keinen Grund, die Türen weiter verschlossen zu halten.

Nicht nur die Tierversuche an sich sind in den Augen des STS fragwürdig, sondern auch die Haltung der Tiere. Während es für Heimtiere klare gesetzliche Vorgaben gebe, sei die Haltung für Labortiere weit weniger streng geregelt und sei nicht auf die natürlichen Bedürfnissen der Tiere ausgerichtet.

Dies führe dazu, dass Versuchstiere durch die nicht artgemässe Haltung nachweislich krank würden. Die reizarme Laborhaltung führe bei den Tieren zu stereotypem Verhalten. Dies verzerre letztlich auch die Resultate der Versuche.

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