Todesfall

Schweizer Publizist Alfred A. Häsler 88-jährig gestorben

Publizist Alfred A. Häsler (Archiv)

Publizist Alfred A. Häsler (Archiv)

Der Publizist Alfred A. Häsler ist am 7. April im Alter von 88 Jahren in Zürich gestorben. Häsler wurde vor allem wegen seines Werkes «Das Boot ist voll» über die schweizerische Flüchtlingspolitik während des Zweiten Weltkrieges bekannt.

Das Bestattungsamt Zürich bestätigte die Todesnachricht der "Neuen Zürcher Zeitung".

Alfred A. Häsler wurde 1921 in Wilderswil im Berner Oberland geboren. Gemäss seiner 1996 erschien Autobiografie "Einen Baum pflanzen" wuchs er in einer pietistischen Familie auf.

Nach einer Typographenlehre begann er im Zweiten Weltkrieg zu schreiben. In der Zeitung "Nation" wandte er sich gegen den Nationalsozialismus und setzte sich für Flüchtlinge ein. Danach reiste er als Sekretär der Koordinationsstelle für Nachkriegshilfe in kriegszerstörte Länder und besuchte die ehemaligen Konzentrationslager in Auschwitz und Majdanek.

1945 trat Häsler der Partei der Arbeit (PdA) bei, die er nach der Niederschlagung des Ungarnaufstand 1956 wieder verliess.

Seit Ende der fünfziger Jahre arbeitete er bei der "Tat", später bei der "Weltwoche" und der Zeitschrift "Ex Libris". Ausserdem wirkte er als freier Mitarbeiter beim Schweizer Fernsehen und Radio.

Häsler beschäftigte sich vor allem kritisch mit der schweizerischen Flüchtlingspolitik. 1967 enthüllte er in "Das Boot ist voll", wie die traditionell humanitäre Schweiz mit ihrer restriktiven Asylpraxis den Nazis in die Hände arbeitete. Das Buch wurde von Markus Imhoof verfilmt; der Streifen erhielt 1981 eine Oskar-Nominierung.

Weitere Arbeitsgebiete Häslers waren kulturelle, gesellschaftliche und ökologische Probleme. Zu seinen rund 40 Büchern zählen "Der Aufstand der Söhne" (1969), "Mensch ohne Umwelt?" (1972) und "Das Ende der Revolte" (1976).

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