Steuerstreit
Schweizer Professor droht Deutschland mit Gotthard-Sperre

Martin Janssen, Professor für Finanzwirtschaft an der Universität Zürich, liest den Deutschen im Steuerstreit die Levieten und droht ihnen mit einer Gotthard-Blockade und Schikanen am Zoll.

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«Wenn ein Land unfähig ist, seine Steuern einzutreiben, dann sollte es nicht davon ablenken, indem es andere angreift», sagt Janssen, der nebst seiner Professur auch noch Firma Vermögensverwaltungsfirma Ecofin betreibt, jetzt im Interview mit «Spiegel online»

Janssen ist ein erklärter Gegner des Abkommens. Die erste Version, die Schäuble und Widmer-Schlumpf ausgehandelt hatten, fand Janssen zwar noch «einigermaßen akzeptabel», doch die nachverhandelte Version lehnt er ab.

Deutsche Aufseher in Schweizer Banken

Eine zu hohe Erbschaftssteuer, keine garntierter Marktzutritt für Schweizer Banken in Deutschland mehr, Datenkäufe, die nicht unterbunden werden: Janssen sieht im revidierten Abkommen jedenfalls nur Nachteile. Der Schlimmste von allen: Deutsche Aufseher dürften Schweizer Banken betreten, um hier rumzuschnüffeln.

Trotzdem geht den deutschen Linken und inzwischen auch Teilen der FDP das Abkommen noch immer zu wenig weit.

Schneckentempo am Zoll

Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf hat zwar klar gemacht, dass es keine Nachverhandlungen geben wird. Finanzprofessor Janssen wird nun noch deutlicher.

Die Deutschen wollen doch weiter «den Gotthard benutzen, Waren nach Italien transportieren, Strom in den Süden leiten - und sie wollen sicher nicht riskieren, dass ihre Lastwagen an unserer Grenze nur noch im Schneckentempo abgefertigt werden».