Film
Schweizer Kinobesucher wollen keine Untertitel mehr lesen

Im ersten Halbjahr 2015 ist der Marktanteil der synchronisierten Filme im Kino auf einen neuen Rekordstand angestiegen. Weniger als die Hälfte der Kinobesucher sahen sich Originalversionen mit Untertiteln an – ein Rückgang von 7 Prozent.

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Untertitel sind out: Drei von fünf Kinobesuchern entscheidet sich für einen auf Deutsch synchronisierten Film.

Untertitel sind out: Drei von fünf Kinobesuchern entscheidet sich für einen auf Deutsch synchronisierten Film.

Keystone

Im ersten Halbjahr 2015 ist der Marktanteil der synchronisierten Filme im Kino auf einen neuen Rekordstand angestiegen. Das berichtet die «Schweiz am Sonntag» mit Verweis auf interne Statistiken des Kino-Branchenverbands Pro Cinema.

Demnach sahen sich nur noch 42 Prozent der Zuschauer Originalversionen an. Im Vorjahr lag der Anteil noch bei 49 Prozent. 2003 besuchten sogar noch 56 Prozent der Zuschauer einen nichtsynchronisierten Film mit Untertiteln. Die «schweigende Mehrheit» der Kinobesucher bevorzuge heute Synchronversionen, sagt Rolf Koechel, Manager der Kinokette Pathé in Basel. Dort würden die meisten Filme zunächst in beiden Sprachversionen lanciert, sagt er. Was besser ankomme, wandere anschliessend in die grossen Säle. «In 80 Prozent der Fälle ist das die synchronisierte Version», so Koechel.

Dass sich dieses Jahr besonders viele Zuschauer für Synchronvarianten entscheiden, hat auch mit dem Filmangebot zu tun, denn Treiber des Geschäfts waren heuer die grossen Hollywood-Blockbuster. Filme wie «Jurassic World», «Fast & Furious 7» und «Avengers – Age of Ultron» lockten das Spass-Publikum in die Kinos. Daneben befanden sich unter den erfolgreichsten fünf Filmen noch «Fifty Shades of Grey» und «Honig im Kopf», der einzige europäische Film.

Und das Geschäft lief gut. Insgesamt besuchten bisher 10,3 Prozent mehr Zuschauer die Kinos als im Vorjahr. Vor allem die Landkinos konnten sich steigern mit einem Plus von rund 20 Prozent.

Einen Beleg für die Blockbuster-These liefert die Auswertung der Eintritte von Filmen, die in 3D gezeigt wurden. Nur 18 Prozent der Zuschauer wollen diese in ihrer Originalsprache sehen. Ob die Dinosaurier ihre Opfer auf Englisch oder Deutsch anbrüllen, scheint keinen grossen Unterschied zu machen. Der Anteil der 3-D-Filme hat allerdings trotz Blockbuster-Boom deutlich abgenommen: von 21 Prozent im Vorjahr auf nur noch 17 Prozent.

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