«Ihr könnt unsere Minarette verbieten. Unsere Kopftücher. Ihr könnt unsere Religion als gewalttätig und rückständig bezeichnen. Wir werden nicht gehen.» So heisst es übersetzt in dem englisch gesprochenen Video des Islamischen Zentralrats der Schweiz (IZRS).

Begleitet werden die klaren Worte von epischer Musik. In dem professionell produzierten Video hisst ein bis auf die Augen vermummter Mann in den Schweizer Bergen die Flagge mit dem Islamischen Glaubensbekenntnis («Es gibt keinen Gott ausser Allah, und Mohammed ist sein Prophet»). Dazu die Botschaft: «Der Beginn einer islamischen Revolution, die die Welt verändern wird.»

(Quelle: Youtube / IZRS)

Das Propaganda-Video des Islamischen Zentralrats der Schweiz.

Professionelle Produktion: das Propaganda-Video des Islamischen Zentralrats der Schweiz.

Medien und Augenzeugen verstört

Das kürzlich veröffentlichte Video hat bereits jenseits der Schweizer Grenzen für Medienecho gesorgt. Die deutsche «Welt» bezeichnet es als «deshalb so verstörend, weil er an die perfekt inszenierten Hinrichtungsfilme und fotogenen Selbstinszenierungsspots der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) erinnert».

Gedreht wurde das professionelle Video Mitte November bei Kriens. «Wiederholt ist die Stadt Luzern zu sehen, ebenso die beim Holderchäppeli gedrehten Szenen mit den rund 60 jungen Statisten aus der Region», berichtete die «Neue Luzerner Zeitung». Die Filmarbeiten mit vermummten Männern und einer Flugdrohne irritierten Spaziergänger derart, dass sie die Polizei alarmierten und diese mit einem Grossaufgebot anrückte.

«Friedlicher Kampf»

Was wie eine Drohung klingt, soll sich laut dem IZRS gegen die Islamophobie richten. Dies beteuerte IZRS-Sprecher Abdel Asis Kaasim Illi gegenüber der «Welt». So heisst es denn auch im Video: «Grundrechte und Toleranz ist alles, was wir fordern.» Die «Muslime der Schweiz» würden ihren «friedlichen Kampf für gleiche Rechte» nicht aufgeben.

Der IZRS ist eine radikal-islamische Organisation. Er vertritt einen wahhabitisch-salafistischen Islam nach saudi-arabischem Vorbild. In den Jahren 2010 und 2011 stand er unter Beobachtung des Schweizer Nachrichtendienstes. (smo)