Die Schuldenstandsquote, die die Verbindlichkeiten ins Verhältnis zum Bruttoinlandprodukt setzt, beträgt 122 Prozent, wie dem am Dienstag veröffentlichten "Global Wealth Report" des Versicherers Allianz zu entnehmen ist. Damit sind die Schweizer viel stärker verschuldet als etwa ihre deutschen Nachbarn: In Deutschland liegt die Quote bei 55 Prozent.

In den letzten Jahren legten die Schulden aber langsamer zu als die Vermögen in der Schweiz. 2014 häuften die Sparer netto - also die Verbindlichkeiten vom Vermögen abgezogen - 6,7 Prozent mehr Geld an. Nach einer eher schleppenden Entwicklung seit Ende 2000 hat sich das Vermögen somit wieder schneller vermehrt. So oder so bleibt die Schweiz unangefochten die Nummer Eins, was das Geld auf der hohen Kante anbelangt.

Starkes Vermögenswachstum in Asien

Weltweit legten die Geldvermögen der privaten Haushalte 2014 um 8,1 Prozent auf ein neues Rekordniveau von 100,6 Billionen Euro zu. Dank kräftigen Sparanstrengungen und Schuldenabbau legten auch die Vermögen im Euroraum erstmals seit der Finanzkrise wieder kräftiger als in Nordamerika zu.

Die rasanteste Vermögensentwicklung weist jedoch die Region Asien ohne Japan auf: Das Netto-Geldvermögen wuchs 2014 um fast einen Fünftel. Dieses Wachstum sei aber teils auch von einem nicht nachhaltigen Anstieg des Wertpapiervermögens, insbesondere in China, getrieben gewesen, hält die Allianz fest. Das zeigte sich etwa diesen Sommer, als ein Börsencrash in China viel Vermögen wieder ausradierte.

Dennoch zieht die Allianz eine positive Bilanz der Vermögensentwicklung in Asien. Die Wachstumsverlangsamung in China sei nicht beunruhigend, liess sich Allianz-Chefökonom Michael Heise zitieren. Der Aufholprozess sei noch nicht zu Ende.

Zudem kommt das Vermögens-Wachstum in China laut der Allianz einer breiten Bevölkerung zugute. Immer mehr Menschen könnten dadurch am globalen Wohlstand partizipieren: Die Bevölkerung mit mittlerem Vermögen in Asien habe sich seit Jahrtausendbeginn verzehnfacht.

Vermögensschere öffnet sich

Umgekehrt aber öffnete sich in den letzten zehn Jahren die Kluft zwischen Reich und Arm in der Mehrzahl der entwickelten Länder, allen voran in den USA, wie die Allianz weiter schreibt. Diese Ungleichheit mass die Allianz mit dem Gini-Koeffizienten. Je höher dieser ausfällt, umso höher ist die Ungleichheit. In den USA beträgt der Gini-Koeffizient rekordhohe 80,6 Punkte.

Für die Schweiz errechnete die Allianz mit ihren Daten einen Gini-Koeffizient 61,2. Dieser Wert liegt unter dem Durchschnitt der entwickelten Länder von 64,6. Im Vergleich zum Zeitraum um 2000 legte der Wert aber um drei Punkte zu - die Schere zwischen Arm und Reich hat sich also geöffnet.