Deutschland liegt auf Platz 6, die USA auf Platz 16. Am schlechtesten schneiden gemäss der Studie Guinea, Mauretanien und Jemen ab.

Angesichts knapper werdender Ressourcen und demographischer Veränderungen werde die Investition ins Humankapital immer wichtiger, schreibt WEF-Begründer Klaus Schwab im Vorwort zum erstmals veröffentlichten "Human Capital Report".

Viele Länder bewegen sich auf einen Mangel an qualifizierten Arbeitskräfte hin. Einer der Gründe ist die Überalterung der Gesellschaft in vielen Industriestaaten. Wenn die Regierungen nichts dagegen unternähmen, werde sich dies negativ auf das globale Wirtschaftswachstum niederschlagen, schreiben die Autoren.

Die Studie soll aufzeigen, wo sich bei den Ländern punkto Humankapital Schwachstellen befinden, und wo investiert werden muss, um langfristig Verbesserungen zu erzielen.

Um die Arbeitsbedingungen in den 122 Ländern vergleichen zu können, haben die Autoren mit dem sogenannte Human Capital Index gearbeitet. Dieser setzt sich aus 51 Indikatoren zusammen, welche vier Bereiche messen: Die Gesundheit und das Wohlbefinden der Arbeitnehmer, der Ausbildungsstandard, die Anstellungsverhältnisse sowie weitere Bedingungen wie der öffentliche Verkehr oder die Kommunikations-Infrastruktur.

Gesunde Arbeitnehmer

Bei den Anstellungsverhältnissen ist die Schweiz auf Platz eins. Die Autoren begründen dies mit hoher Innovationskraft und sehr guten Weiterbildungsangeboten.

Auch in den Bereichen Gesundheit und Wohlbefinden ist die Schweiz Klassenbeste. Die Autoren legen dies unter anderem der weltweit grössten Lebenserwartung fest. Demgegenüber scheinen die Schweizer Arbeitnehmer überdurchschnittlich oft an Stress zu leiden. Dieser Befund basiert nicht auf medizinischen Diagnosen, sondern auf Aussagen von befragten Arbeitnehmern.

Bei den äusseren Rahmenbedingungen liegt die Schweiz auf Platz zwei, nach Finnland und vor Deutschland. Hier kommt unter anderem das gut funktionierende ÖV-Netz zum Tragen.

Bildungsunterschied zwischen Männern und Frauen

Bei der Ausbildung liegt die Schweiz auf dem vierten Rang. Zuoberst steht Finnland, gefolgt von Kanada und Singapur. Die Schweiz verliert Punkte aufgrund des überraschend grossen Bildungsunterschieds zwischen Frauen und Männern (Rang 64 von 122). Positiv ins Gewicht fällt hingegen die Qualität des Schweizer Bildungssystems.

Als Basis für den Ländervergleich dienten Daten aus öffentlich zugänglichen Statistiken von internationalen Organisationen wie der Weltgesundheitsorganisation, der Weltarbeitsorganisation (ILO) oder der UNESCO.