Frauen verdienen für die gleiche Arbeit immer noch weniger Geld als Männer - obwohl die Bundesverfassung Lohngleichheit verlangt. Die Lohndifferenz beträgt zwischen 20 und 25 Prozent. Über die Hälfte davon lässt sich plausibel erklären. Beispielsweise sind Frauen weniger stark vertreten in höheren Chargen, grossen Unternehmen und lukrativen Branchen. Für den Rest hingegen, rund 9Prozent Lohndifferenz, gibt es keine Gründe.

«Das darf nicht sein», sagen die Gewerkschaften, und machen am 14.Juni, dem nationalen Frauenstreiktag, Druck für Lohngerechtigkeit. Das teilten sie gestern mit. Landesweit sind Aktivitäten geplant, sowohl auf Strassen als auch in Betrieben. Gemeinsam sind allen ein lautes Pfeifkonzert um 14.06 Uhr.
Frauen sind bescheidener

Umfrage bei 9200 Studierenden

Einen neuen Aspekt in der Lohndebatte liefert jetzt eine grosse Umfrage bei 9200 Studierenden in der Schweiz. Daraus geht hervor, dass nicht nur die tatsächlichen Löhne von Frauen und Männern auseinanderklaffen, sondern bereits die Lohnerwartungen. Die Studentinnen erwarten im Schnitt 11500 Franken weniger Jahreslohn als ihre männlichen Kollegen. Die Lohnerwartung der Studentinnen an ihre erste Stelle liegt bei 69800 Franken, jene der Männer bei 81200 Franken.

Grosse Unterschiede gibt es auch bei den Karrierezielen. So streben 36Prozent der Männer, aber nur 20Prozent der Frauen einen Chefpostenan. Und den Frauen ist die Jobsicherheit wichtiger als den Männern. Einen viel höheren Stellenwert hat bei den Studentinnen zudem die Arbeit für das Gemeinwohl. Durchgeführt hat die Umfrage die Beratungsfirma Universum. Seiten 2, 6