Um in Usbekistan an Aufträge des Staates zu kommen, sind westliche Firmen offenbar gerne bereit, einen Mafia-Paten kräftig zu schmieren. Die US-Botschaft kabelte in 2006 einen Bericht nach Washington, der den Modus-operandi beschreibt.

Der Mafia-Pate Salim Abduvaliyev bringe Interessenten mit einem iranischen Geschäftsmann zusammen, der über einen britischen Pass verfüge. Der Iraner schicke dann die Bewerbungs-Dokumente gleich an Gulnora Karimov. Sie ist praktischerweise die erstgeborene Tochter des Usbekischen Präsidenten Islom Karimov.

Nicht nur die Tochter des Usbekischen Präsidenten habe bei diesem Spiel die Finger im Topf sondern auch der Sohn der ehemaligen Premierministerin Dilbar Gulomova arbeite mit dem Iraner zusammen.

Mafia-Pate Salim Abduvaliyev arbeite mit einem hohen Funktionär des Ministeriums für Innere Angelegenheiten zusammen. Wem er den Auftrag erteile, dem gebe er auch gleich seinen «Aufpreis» bekannt.

Mittelsmann Salim Abduvaliyev, der sich auch in der Welt des Wrestlings einen Namen machte, ist für ausländische Firmen der wichtigste Fixer. So sei die Person, die der US-Botschaft in Taschkent diese Machenschaften beschrieb, oft von ausländischen Firmen darum gebeten worden, mit dem Mafia-Paten Abduvaliyev bekannt gemacht zu werden.

Aufträge dieser Art haben sich die Niederländische Gemka gesichert - für einen «Aufpreis» von 700'000 Dollar, zahlbar an Salim. Mit dabei sein eine Schweiz-Israelische Firma, die sich auf Wasser-Projekte spezialisierte und in der Taschkent-Region investieren wollte. Weiter habe auch eine koreanische Firma auf diese Art einen Vertrag für Computerverkäufe an Schulen erhalten.

Wikileaks-Depesche: 06TASHKENT902