Import

Schweizer Firma hat drei Tonnen Doping- und Anti-Aging-Mittel importiert

Swissmedic in Bern. Das Institut geht gegen eine Firma vor. (Archiv)

Swissmedic in Bern. Das Institut geht gegen eine Firma vor. (Archiv)

Das Heilmittelinstitut Swissmedic führt ein Strafverfahren gegen eine Schweizer Firma, die im letzten Jahr drei Tonnen Adrostendion, das für Muskelaufbaupräparate und Anti-Aging-MIttel verwendet wird, aus Deutschland importierte.

Das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic ermittelt in einem der grössten Fälle von Doping- und Anti-Aging-Mitteln in der Schweiz: Es führt ein Strafverfahren gegen die Verantwortlichen einer Firma, die im letzten Sommer drei Tonnen Androstendion aus Deutschland in die Schweiz importiert hat, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet.

Androstendion ist eine Substanz, die zur Herstellung von Muskelaufbaupräparaten und Anti-Aging-Mitteln gebraucht wird. Sie steht auf der Dopingliste der globalen Anti-Doping-Agentur Wada und gilt in der Schweiz als Arzneimittel.

Für den Handel damit braucht es gemäss Schweizerischem Heilmittelgesetz eine Bewilligung. Weder die Schweizer Firma noch ihr Chef verfügten allerdings über eine solche Bewilligung.

Aus diesem Grund habe das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic im August 2013 ein Verfahren eröffnet, sagt Swissmedic-Sprecher Lukas Jaggi der «NZZ am Sonntag». Drei Tage nach der Eröffnung des Verfahrens führte die Behörde in zwei Liegenschaften Hausdurchsuchungen durch und stellte zahlreiches Material sicher.

Ob dabei auch die 3000 Kilogramm Androstendion beschlagnahmt worden sind, will Swissmedic mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht bekanntgeben. Fest steht, dass die drei Tonnen Doping- und Anti-Aging-Mittel eine Rekordmenge sind. «Es handelt sich sicher um eine erhebliche Menge», sagt Jaggi. «Beschlagnahmungen in diesem Umfang kommen sehr selten vor.» Und Matthias Kamber, Direktor von Antidoping Schweiz, spricht von sogar «einer extrem grossen Menge».

Androstendion kann zu Nahrungsergänzungsmitteln und zu Tabletten verarbeitet werden. Diese verhelfen Sportlern zu sichtbarem Muskelzuwachs. Daneben verlangsamt die Substanz den natürlichen Alterungsprozess eines Menschen. Allerdings sind auch die Nebenwirkungen beträchtlich. Die Substanz kann zu Hormon- und Fruchtbarkeitsstörungen, aber auch zu übermässiger Akne führen, wie Kamber sagt.

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