Mobutu-Gelder

Schweizer Botschafter kritisiert Kinshasa wegen Mobutu-Geldern

Der verstorbene Diktator Mobutu

Der verstorbene Diktator Mobutu

Die Regierung der Demokratischen Republik Kongo hat der Schweiz jegliche Unterstützung im Fall der jahrelang blockierten Gelder von Ex-Diktator Mobutu Sese Seko versagt. Dies bekräftigte der Schweizer Botschafter Linus von Castelmur in Kinshasa.

"Die Schweiz hat mit grösstem Bedauern festgestellt, dass die kongolesische Regierung nie Hilfe in dem Dossier angeboten hat", sagte Von Castelmur am Dienstag anlässlich einer Pressekonferenz in der kongolesischen Hauptstadt.

"Die Schweizer Behörden haben unzählige (...) Versuche unternommen, Kontakt mit der kongolesischen Regierung aufzunehmen, um zu verhindern, dass die Gelder des verstorbenen Mobutu in die Hände seiner Erben geraten", sagte Von Castelmur. "Man kann jemandem sein Geld nicht zurückgeben, der es nicht will", folgerte der Botschafter.

Die Schweizer Behörden hatten vergangene Woche aufgrund eines Entscheids des Bundestrafgerichtes die seit 1997 in der Schweiz blockierten Mobutu-Gelder in der Höhe von 7,7 Millionen Franken freigegeben.

Die Millionen des Ex-Diktators gehen damit definitiv nicht an die Demokratische Republik Kongo sondern an seine Nachkommen. Einer der Erben, sein Sohn Nzanga, ist derzeit Vize-Premier und Landwirtschaftsminister der Demokratischen Republik Kongo.

Mobutu war von 1965 bis 1997 Präsident von Zaire gewesen. Er und seine Entourage sollen sich nach Schätzungen der UNO mit unzähligen Vermögens- und Amtsdelikten ein Privatvermögen von fünf Milliarden US-Dollar erschlichen haben. Mobutu starb 1997 im Exil in Marokko.

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