Kirche

Schweizer Bischof will Frauen als Priesterinnen

Bischof Markus Büchel kann sich Frauen als Priesterinnen vorstellen. (Archiv)

Bischof Markus Büchel kann sich Frauen als Priesterinnen vorstellen. (Archiv)

Der St. Galler Bischof Markus Büchel spricht sich öffentlich für die Frauenordination aus. CVP-Präsident Christophe Darbellay unterstützt die Forderung, Frauen zum geistlichen Amt zuzulassen.

Markus Büchel ist der erste Schweizer Bischof, der sich mit deutlichen Worten für die Zulassung von Frauen zum geistigen Amt äussert, wie die Zeitung «Der Sonntag» berichtet. Das Blatt beruft sich auf Äusserungen Büchels im St. Galler Pfarreiblatt.

Sabine Rüthemann, Medienbeauftragte des Bistums St. Gallen, bestätigt gegenüber dem «Sonntag» Büchels Aussagen: «Was er hier sagt, meint er auch so.» Es sei einfacher, über die allfällige Heirat eines Priesters zu diskutieren als über die Frauenordination, die in der katholischen Kirche keine Tradition habe, sagt der St. Galler Bischof. «Aber wir müssten Schritte suchen, die dahin führen», fordert Büchel.

«Ich könnte mir vorstellen, dass der Diakonat der Frau ein solcher Schritt sein könnte.» Eine Weile lang habe man über die Frauenordination nicht diskutieren dürfen. «Das können wir uns nicht mehr leisten.» Zum Priesteramt für Frauen sagt Büchel: «Wir können beten, dass uns der Heilige Geist die Zeichen der Zeit erkennen lässt.»

CVP findets gut, die SBK nicht

CVP-Präsident Christophe Darbellay unterstützt die Forderung, Frauen zum geistlichen Amt zuzulassen. «Persönlich bin ich für die Frauenordination», sagte Darbellay im «Sonntag». «Ich sehe nicht ein, warum Frauen ein kirchliches Amt nicht ebenso gut ausüben können wie Männer.» Es gebe keinen Grund für einen Ausschluss.

Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) zeigt wenig Dialogbereitschaft. «Die Frage der Priesterweihe für Frauen steht derzeit nicht zur Diskussion», sagt Walter Müller von der SBK. «Die Kirche sieht sich daran gebunden, dass Jesus Christus bei der Einsetzung des Priestertums im Abendmahl ausschliesslich Männer gewählt hat.» Er verweist auf den Vatikan, der explizit erklärt habe, dass «die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden, und dass sich alle Gläubigen der Kirche endgültig an diese Entscheidung zu halten haben.»

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