Freiburg

Schweizer Bildungsheimatschutz: Für zehn Studenten einen Lehrstuhl

An der Universität in Freiburg gibt es einen Lehrstuhl für Romanisch. Heute Montag wird dessen Sträkung in Chur mittels Unterschrift bekräftig. Und dies, obwohl sich gerade noch eine Handvoll Studenten fürs Fach interessieren.

Auf politischer Ebene wurde in den vergangenen Jahren so ziemlich alles unternommen, um den angeschlagenen «Patienten Rätoromanisch» irgendwie am Leben zu erhalten. In dieses Bild passt auch die Vertragsunterzeichnung von heute Montag in Chur, mit welcher der Weiterbestand respektive die Stärkung der Romanisch-Professur an der Universität in Freiburg gesichert wird. Dies, obwohl noch vor ein paar Jahren sich gerade einmal sechs Studenten für das Romanisch-Studium eingeschrieben haben und es seit rund einem Jahr bloss noch im Nebenfach angeboten wird.

Ist der Aufwand gerechtfertigt?

Grosse Entwicklungen hat es im Bereich der Studentenanzahl in den letzten Jahren keine gegeben. Dies bestätigt auch der Vizedirektor der Universität Freiburg, Thomas Hunkeler. «Es handelt sich insgesamt um eine kleine Population von ungefähr zehn Studierenden», erklärt er. Reicht das nun, um den – nicht zuletzt finanziellen – Aufwand zu rechtfertigen? Immerhin trägt die Pädagogische Hochschule Graubünden (PHGR) 50 Prozent der Lohnkosten des künftigen Freiburger Romanisch-Professors.

Geht es nach dem Bündner Regierungsrat und Vorsteher des Erziehungsdepartements, Martin Jäger, auf jeden Fall. Nicht nur, weil sich der Freiburger Lehrstuhl im Gegenzug verpflichtet, in diesem Umfang Leistungen (Projekte, Lehre, Forschung) für die PHGR zu erbringen. «Die Weiterführung des Lehrstuhls an der Uni Freiburg garantiert schlicht die Präsenz des Rätoromanischen an Schweizer Universitäten», sagt Jäger. Und die Bündner Regierung sei durch die Verfassung und das Sprachengesetz des Kantons verpflichtet, die Rätoromanische Sprache auf allen Ebenen zu fördern. «Wenn die Schweiz Rätoromanisch als Landessprache und der Kanton Graubünden als Amtssprache bezeichnet, hat diese Sprache das Recht, auch auf universitärer Ebene erforscht und gelehrt zu werden», sagt der Regierungsrat.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1