Ende 2017 lebten offiziell 8'482'200 Personen in der Schweiz, 62'600 als noch ein Jahr zuvor. Dies zeigen die am Freitag veröffentlichten provisorischen Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS). Die Einwohnerzahl nahm in allen Kantonen zu, mit Ausnahme von Neuenburg und Tessin.

Weniger Zuwanderung

Ausschlaggebend für das Bevölkerungswachstum sind laut BFS zwei Faktoren: der Wanderungssaldo von schweizerischen und ausländischen Personen und der Geburtenüberschuss.

Die Zahl der Einwanderungen ging im letzten Jahr gegenüber dem Vorjahr um 10 Prozent zurück. Die Zahl der Auswanderungen stieg gleichzeitig um 0,4 Prozent. Damit schrumpfte der Wanderungssaldo, der sich aus der Differenz zwischen Ein- und Auswanderungen ergibt, um deutliche 28 Prozent und erreichte den tiefsten Wert seit 2006.

Den höchsten Wanderungssaldo wiesen die Kantone Aargau und Genf auf. In den Kantonen Tessin und Neuenburg war ein Abwanderungsüberschuss zu beobachten.

Dynamischer Kanton Freiburg

2017 stieg zudem die Zahl der Todesfälle (+2,4 Prozent), während die Zahl der Geburten im Vergleich zum Vorjahr etwas zurückging (-3,3 Prozent). Der sogenannte Geburtenüberschuss sank deshalb um 19,7 Prozent und trug nur geringfügig zum Bevölkerungswachstum bei. Für den Anstieg der Todesfälle trug unter anderem die Wintergrippe bei, die besonders Menschen ab 65 Jahren zusetzte.

Am höchsten war der Geburtenüberschuss im Kanton Freiburg. Freiburg sei derzeit ein sehr dynamischer und attraktiver Kanton, sagte Fabienne Rausa vom BFS auf Anfrage. Er sei gut gelegen und weniger teuer als die Nachbarkantone Waadt und Bern. Und da die Bevölkerung jung sei, kämen entsprechend auch mehr Kinder zur Welt.

Der strukturschwache Kanton Tessin verzeichnete demgegenüber den höchsten Sterbeüberschuss.

Junge Ausländer

Wie schon in den Jahren zuvor nahm auch 2017 die ausländische Wohnbevölkerung stärker zu als die schweizerische: Sie erhöhte sich um 1,1 Prozent auf 2'125'100 Personen. Damit fiel die Wachstumsrate aber deutlich niedriger aus als früher. 2016 hatte sie noch bei mehr als 2,5 Prozent gelegen.

Die Zahl der Schweizerinnen und Schweizer stieg 2017 um lediglich 0,6 Prozent und lag Ende 2017 bei 6'357'000. Schweizerinnen und Schweizer sind im Schnitt zudem etwas älter als die Ausländerinnen und Ausländer: Bei der schweizerischen Wohnbevölkerung beträgt das Durchschnittsalter knapp 44 Jahre, bei den Ausländerinnen und Ausländern 37 Jahre.

Mehr Frauen als Männer

Die Altersstruktur der Bevölkerung spiegelt sich auch im Geschlechterverhältnis wieder: Die schweizerische Wohnbevölkerung umfasste insgesamt mehr Frauen als Männer, welche eine geringere Lebenserwartung haben. Schweizweit entfielen auf 100 Frauen 94 Männer.

Nur in den Kantonen Appenzell-Innerrhoden, Nidwalden, Schwyz und Uri wurde ein Männerüberschuss beobachtet. Im Fall von Uri lässt sich der Männerüberschuss laut Fabienne Rausa durch die grossen Baustellen am Gotthard erklären, die viele männliche Arbeiter in den Kanton gelockt haben. Dies sei zumindest eine mögliche Erklärung.

Bei der ausländischen Wohnbevölkerung wurden demgegenüber in allen Kantonen mehr Männer als Frauen gezählt.