SBB-Preis-Irrsinn
Schweizer Bahntickets sind in Frankreich günstiger

Bahnbillette zwischen zwei Schweizer Orten sind günstiger, wenn sie im Online-Shop der französischen Staatsbahnen SNCF gekauft werden.

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Ein TGV der SNCF inmitten von SBB-Zügen in Genf (Archiv)

Ein TGV der SNCF inmitten von SBB-Zügen in Genf (Archiv)

Keystone

Die Reise von Zürich nach Genf in der zweiten Klasse ohne Halbtax kostet bei Bestellung in Frankreich beispielsweise 77 Franken, bei den SBB 84 Franken, berichtet die «Schweiz am Sonntag». Das verärgert die SBB: «Aus unserer Sicht hält die SNCF die tarifarischen Vorgaben nicht ein», wird SBB-Sprecher Christian Ginsig zitiert.

Grund für die Preisunterschiede von über acht Prozent sei, dass die SNCF die Tickets verkaufe, ohne die Schweizer Mehrwertsteuer zu berechnen. «Die SNCF muss erklären, weshalb sie über ihren Ticketshop solche Tickets anbietet», sagt Ginsig der Zeitung. Eine SNCF-Sprecherin wird mit der Aussage zitiert, die Zusammenarbeit mit den SBB sei sehr gut, die Preisdifferenzen rührten von Währungseffekten her.

Wie die Zeitung weiter schreibt, hat der Bundesrat Handlungsbedarf bei der Buchung von internationalen Zugreisen erkannt. Es sei der Regierung bekannt, dass Kunden über nicht buchbare oder nicht mit schweizerischen Fahrausweisen kombinierbare Spar-Angebote der ausländischen Bahnen klagten. «Es scheint der Wille zu fehlen, wirklich den Kampf im Wettbewerb um die Fernreisenden aufzunehmen», sagt CVP-Nationalrat Stefan Müller-Altermatt der Zeitung. In Zukunft wollen die SBB nun internationale Fahrausweise auch auf mobilen Geräten verkaufen und zudem die Buchungsfrist verlängern. Heute kann maximal drei Monate im Voraus gebucht werden.