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Schweizer Arbeitgeber haben Angst vor Whistleblowern

Whistleblower sollen in der Schweiz besser geschützt werden (Symbolbild)

Whistleblower sollen in der Schweiz besser geschützt werden (Symbolbild)

Der Arbeitgeberverband äusserte gestern seine Bedenken gegenüber sogenanntem Whistleblowing, also der Weitergabe von firmeninternen Informationen zum Aufdecken von Missbräuchen. Diese Praxis werde durch die «Causa Hildebrand» gefährlich gefördert.

 «Vielfach fehlen Arbeitnehmern die Sachkenntnisse und die Fachkompetenz, um auffällige Vorgänge in einer Unternehmung richtig beurteilen zu können», sagte Verbandsdirektor Thomas Daum gestern an einer Medienkonferenz.

Der Zeitpunkt für die Wortmeldung ist geschickt gewählt. Denn im Hintergrund laufen Bestrebungen, um eine unabhängige Stelle für Whistleblowing in der Schweiz zu schaffen. So verhandelt die von Wikileaks-Aussteigern betriebene Informationsplattform Openleaks derzeit mit Schweizer Nicht-Regierungs-Organisationen und Verlagshäusern über eine mögliche Kooperation für eine unabhängige Anlaufstelle, wo Arbeitnehmende ihr Insiderwissen über mögliche Missbräuche melden können. Dies hat die az aus gut informierten Kreisen erfahren.

Nachholbedarf in der Schweiz

Betroffene Personen sagen, die Schweiz habe Nachholbedarf im Umgang mit Whistleblowern. «Wer einen groben Missstand aufdeckt, wird nicht vom Gesetzgeber geschützt, sondern vom Staat verfolgt. Und er findet kaum je wieder eine Stelle», sagt Rudolf Elmer, Ex-Cayman-Island-Chef der Bank Julius Bär und verurteilter Whistleblower.

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