Syrien

Schweiz zieht Botschafter aus Protest aus Syrien ab

Der Konflikt in Syrien fordert Menschenleben auf beiden Seiten (Archiv)

Der Konflikt in Syrien fordert Menschenleben auf beiden Seiten (Archiv)

Angesichts des brutalen Vorgehens des syrischen Regimes gegen die Opposition hat die Schweiz ihren Botschafter aus Damaskus abgezogen. Wie das EDA am Donnerstag mitteilte, wurde der Schweizer Botschafter «zu Konsultationen» nach Bern zurückgerufen.

Die Gewalt des syrischen Regimes gegen die Zivilbevölkerung sei "nicht akzeptabel", schrieb das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) in der Mitteilung. Darin verurteilte es "insbesondere den Einsatz von Gewalt gegen die Demonstrierenden, die willkürlichen Verhaftungen und die Anwendung von Folter".

Die Schweiz fordere Syrien auf, "die Repression unverzüglich einzustellen und die Grundrechte der Bevölkerung in Syrien zu achten, namentlich das Recht auf Leben, das Folterverbot, die Meinungsfreiheit und die Versammlungsfreiheit".

Kein Abbruch der Beziehungen

Der Rückruf des Schweizer Botschafters aus Damaskus sei "nötig, weil die Schweiz die systematischen Menschenrechtsverletzungen gegenüber der Zivilbevölkerung durch die syrischen Sicherheitskräfte nicht tolerieren kann", schrieb das EDA.

Dieser Schritt bedeute jedoch nicht, dass die diplomatischen Beziehungen abgebrochen würden. Auch bleibe die Schweizer Botschaft in Damaskus offen.

Kundgebung in Bern

Schätzungsweise 200 Exil-Syrer und Schweizer haben am Donnerstagabend an einer Kundgebung in Bern ihre Solidarität mit dem syrischen Volk ausgedrückt und ein Ende der Gewalt gefordert. Eine Vertreterin von Amnesty International (AI) rief zu entschlossenerem Vorgehen gegen das Assad-Regime auf.

Der UNO-Sicherheitsrat müsse "endlich" die Gewalt des syrischen Regimes "eindeutig verurteilen" und per Resolution ein vollständiges Waffenembargo gegen Syrien verlangen, sagte Antonia Bertschinger von AI in einer Rede an die Kundgebungsteilnehmerinnen und -teilnehmer.

Zur Kundgebung gehörte auch eine Schweigeminute. In deren Verlauf legten sich einige Teilnehmer auf den Boden und wurden von anderen - wie Leichen - mit Tüchern zugedeckt.

Gemäss syrischen Menschenrechtlern starben seit Beginn der Repression der Proteste in Syrien über 2000 Menschen.

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