Schweiz - USA: So eng sind die wirtschaftlichen Banden

Was passiert, wenn der Staatsvertrag abgelehnt wird? Allfällige Retourkutschen der USA könnten wehtun. Ein Blick auf die wirtschafltichen Zusammenhänge zwischen der Schweiz und den USA.

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Enge wirtschaftliche Bande mit den USA
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Enge wirtschaftliche Bande mit den USA

Keystone

Christof Forster

Was bei einem Nein zum Staatsvertrag passiert, ist reines Kaffeesatzlesen. Dass allerdings Retourkutschen der mächtigen USA der kleinen Schweiz wehtun könnten, zeigt allein schon ein Blick auf die Handels- und Finanzströme zwischen den beiden Ländern. Die Schweiz ist sechstwichtigster Direktinvestor in den USA - Schweizer Kapital beschäftigt 349 800 Mitarbeiter.

30 300 Personen auf der Lohnliste von US-Firmen

McDonald’s, IBM, Johnson & Johnson, Philipp Morris, General Electric, Citigroup: Die Liste mit US-Unternehmen, die in der Schweiz tätig sind, ist lang. 30 300 Personen beziehen von diesen Firmen ihren Lohn (Stand 2008). Hinter den Holländern sind die Amerikaner zweitwichtigster Investor in der Schweiz. Das macht 18,5 Prozent aller Direktinvestitionen aus. Auch aus Sicht der Amerikaner spielt die Schweiz eine wichtige Rolle: Sie liegt auf Rang 8 der Zielländer.

Was umgekehrt die Finanzströme in die USA anbelangt, muss sich die Schweiz nicht verstecken. Das Land ist mit seinen finanzkräftigen Konzernen der sechstwichtigste Direktinvestor in den USA. Aus Schweizer Sicht sind die USA die mit Abstand wichtigste Destination für Direktinvestitionen. Nestlé, UBS, Roche, Novartis, ABB und Co. beschäftigen auf der anderen Seite des Atlantiks 349 800 Mitarbeiter.

USA zweitwichtigstes Exportland

Etwas weniger ausgeglichen sind die Verhältnisse beim physischen Austausch von Waren. Für die Schweiz sind die USA nach Deutschland zweitwichtigste Exportdestination. Bei den Importen belegen die USA Rang4. Die Schweiz bezieht 6 Prozent aller Güterimporte aus Nordamerika, 10 Prozent aller Exporte gehen dorthin.

Für die Amerikaner spielt die Schweiz als Handelspartner eine weniger wichtige Rolle. Als Import-Herkunftsland rangiert die Schweiz auf Platz 21, bei den Exportländern für US-Produkte auf Platz 16.

Auffällig ist, dass beide Länder gegenseitig ähnliche Produkte exportieren. Das sind vor allem Waren mit hohem Mehrwert wie Medikamente, Vitamine, Diagnostika, Präzisionsinstrumente, Uhren und Maschinen.

Austausch findet auch auf der persönlichen Ebene statt. In den USA leben 75000 Schweizer, bei uns haben sich 16600 Amerikaner niedergelassen.

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