Inland/Schweiz

Schweiz steigt auf vierten Platz ab in internationalem Korruptionsindex

Die eine Hand wäscht die andere: Trotz gutem Ranking gibt es auch in der Schweiz Schlupflöcher für Korruption.

Die eine Hand wäscht die andere: Trotz gutem Ranking gibt es auch in der Schweiz Schlupflöcher für Korruption.

Finnland hat der Schweiz den dritten Platz im Korruptionsindex der Nichtregierungsorganisation Transparency International abgerungen. Die Korruptionsbekämpfung in der Schweiz mache keine Fortschritte, sagt die Organisation.

(gb.) Von 100 zu erreichenden Punkten hat die Schweiz wie letztes Jahr 85 erzielt. Ein Wert von 100 würde bedeuten, dass Korruption inexistent wäre. Wie aus einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der Nichtregierungsorganisation Transparency International hervorgeht, belegt die Schweiz damit neu den vierten Platz. Finnland ist mit 86 auf den dritten Platz aufgestiegen. Die Schweiz teilt sich den vierten Platz mit Singapur und Schweden.

Der Korruptionsindex misst nicht die effektive Korruption eines Landes, sondern die Wahrnehmung der Korruption im öffentlichen Sektor. Er basiert auf Einschätzungen von Experten und Fachpersonen, die in umfassenden Datensätzen standardisiert werden. Der Index umfasst 180 Staaten und wird seit 1995 jährlich herausgegeben.

Privatwirtschaft und Sportverbände werden nicht berücksichtigt

Gemäss den Einschätzungen der Organisation harze es in der Schweiz bei der Korruptionsbekämpfung. Sie trete auf der Stelle heisst es etwa in der Mitteilung. Zudem gäbe es in der Schweiz Problemfelder, die der Korruptionsindex gar nicht messe.

Laut Martin Hilti, dem Geschäftsführer von Transparency International Schweiz, konnten insbesondere beim Lobbying und der Transparenz der Politikfinanzierung kaum Fortschritte erzielt werden. Mangelhaft sei die Gesetzgebung auch bei der Geldwäscherei und dem Schutz von Whistleblowern. Im Index würden zudem weder die Privatwirtschaft noch die in der Schweiz sesshaften internationalen Sportverbände berücksichtigt.

«Die Schweiz ist mit dem vierten Platz gut platziert im internationalen Ranking», sagt Hilti gegenüber CH Media. «Doch mit 15 Punkten gibt es noch viel Luft nach oben».

An der Spitze des Korruptionsindex rangieren Neuseeland und Dänemark. Auf dem letzten Platz liegt Somalia vor Südsudan und Syrien.

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