Nach Hilferuf
Schweiz schickt Expertengruppe nach Beirut und sagt Soforthilfe zu

Die Schweiz reagiert auf einen Hilfsappell der libanesischen Behörden und sendet eine Gruppe von Fachpersonen in die Hauptstadt Beirut. Die Experten sollen unter anderem die Stabilität der Gebäude prüfen.

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Ganze Quartiere wurden durch die Explosion am Hafen von Beirut zerstört.

Ganze Quartiere wurden durch die Explosion am Hafen von Beirut zerstört.

Keystone

(gb.) Ein Team aus Schweizer Ingenieuren, Infrastruktur- und Telekommunikationsspezialisten sowie eine Psychologin sind derzeit unterwegs nach Libanon. Wie das Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Donnerstag mitteilte, reagiert die Schweiz mit der Entsendung der Fachpersonen auf einen internationalen Hilfsappell der libanesischen Behörden.

Die Explosion in Beirut vom Dienstag hat laut dem EDA über 100 Todesopfer und Tausende Verletzte gefordert. Zahlreiche Gebäude seien zerstört. Bei den Experten handelt es sich hauptsächlich um Mitglieder des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe (SKH). Sie sollen unter anderem die Stabilität der Gebäude prüfen und die örtlichen Behörden bei der Prüfung des Zustands öffentlicher Gebäude wie Schulen und Spitäler unterstützen.

Die Ausmasse der Explosion in Beirut in Bildern:

Kurz vor 18 Uhr (Lokalzeit) hörte man in der Umgebung von Beiruts Hafen mehrere Explosionen.
28 Bilder
Die Detonationen ereigneten sich in der Gegend des Hafens. Bei der Explosion hatte sich eine riesige Pilzwolke am Himmel gebildet.
Im vor 20 Jahren sanierten Stadtzentrum von Beirut, das östlich des Hafens liegt, wurden durch herumfliegende Glas - und Metallsplitte zahlreiche Personenwagen schwer beschädigt.
Die Druckwelle der Explosion beschädigte die Schweizer Botschaft schwer. Die Botschafterin und ein Mitarbeiter wurden dabei leicht verletzt. Bild: EDA
Auf Videofilmen und Bildern sieht man Passanten, die mit blutendem Gesicht und Kopfwunden.
Die Zahl der Verletzten wird mit mindestens 4000 angegeben.
Beiruter Fernsehsender und das Gesundheitsministerium meldeten nach Sonnenuntergang mindestens 78 Tote.
Bereits am Mittwochmorgen gaben die Behörden an, dass es wohl mindestens 100 Todesopfer seien.
Hunderte werden in den Trümmern noch vermisst.
Wegen der grossen Zerstörung seien bis zu 250'000 Menschen obdachlos.
Während der Löscharbeiten seien 10 Feuerwehrleute gestorben.
Grosse Teile des Stadtzentrums sind zerstörst, unzählige Häuser wurden stark beschädigt.
Auch Autos und Strassen wurden durch die Detonation beschädigt.
Der hafen, wo sich die Explosion ereignete, wurde komplett vernichtet.
Die Hintergründe der Explosionen blieben zunächst unklar. Ausgelöst haben könnte die schwere Explosion eine sehr grosse Menge Ammoniumnitrat.
Schätzungsweise 2750 Tonnen der gefährlichen Substanz seien jahrelang ohne Sicherheitsvorkehrungen im Hafen von Beirut gelagert worden.
Bei der Detonation wurden auch mehrere Krankenhäuser stark beschädigt.
Die verbleibenden Spitäler gerieten an ihre Kapazitätsgrenzen wegen der vielen Patienten.
Vielerorts müssen verwüstete Krankenhaus-Zimmer zuerst wieder in Stand gesetzt werden.
Nach wie vor suchen die Rettungskräfte in den Trümmern nach Verletzten.
Seit Dienstagabend sind Löschhelikopter im Einsatz um die Brände im Hafen zu löschen.
Das Gelände ist vom Boden aus nur schwierig zu erreichen.
Weite Teile des Hafens wurden komplett zerstört.
Auch Schiffe wurden durch die Detonation und die Druckwelle beschädigt – darunter ein Kriegsschiff der UNO-Friedenstruppen.
Der Morgen danach: Ein Bild der Zerstörung.
Eine Druckwelle fegte über die Stadt hinweg.
Ein Grossteil der Gebäude wurde dem Erdboden gleichgemacht.
Der Hafen wurde bei der Explosion zerstört.

Kurz vor 18 Uhr (Lokalzeit) hörte man in der Umgebung von Beiruts Hafen mehrere Explosionen.

Keystone

Glückskette ruft zu Spenden auf

Das EDA gab zudem bekannt, dass die Schweiz 500'000 Franken an das Libanesische Rote Kreuz gespendet hat. Die entsandten Mitglieder des SKH würden nun eine Lagebeurteilung vornehmen, um eine zusätzliche Unterstützung durch die Schweiz abzuklären, heisst es weiter.

Nicht nur der Bund leistet derzeit Hilfe vor Ort. Die Glückskette hat am Donnerstag einen Spendenaufruf gestartet. Partnerorganisationen der Glückskette wie die Caritas, das Rote Kreuz und HEKS würden sich seit Jahren im Land engagieren und seien deshalb in der Lage, in kürzester Zeit Hilfe zu leisten, heisst es in einer Mitteilung. Es gehe nun vor allem darum, die 300'000 Menschen zu versorgen, die durch die Explosion ihr Zuhause verloren hätten.