Anschläge

Schweiz laut Italiens Innenministerium nicht zufällig betroffen

Die Schweiizer Botschaft in Rom wurde Opfer eines Anschlags

Die Schweiizer Botschaft in Rom wurde Opfer eines Anschlags

Einen Tag nach den Paketbombenanschlägen in Rom mit zwei Verletzten hat die Polizei weiter nach den Tätern im anarchistischen Milieu Italiens gefahndet. Nach Ansicht des italienischen Innenministeriums wurden die Botschaften der Schweiz und Chile nicht zufällig Ziel der Paketbomben.

Die Päckchen waren am Donnerstag beim Öffnen in den diplomatischen Vertretungen explodiert, wobei sich je ein Mitarbeiter schwer an den Händen verletzt hatte. Zu den beiden Anschlägen bekannte sich die "Federazione Anarchica Informale".

Anschlagsziele bewusst ausgewählt

Die Auswahl der Anschlagsziele sei bewusst erfolgt, sagte Alfredo Mantovano, Unterstaatssekretär im Innenministerium, in einem am Freitag erschienenen Interview der Tageszeitung "Il Giornale".

Chiles Botschaft könnte das Ziel gewesen sein, weil dort 2009 der Anarchist Mauricio Morales umgekommen war, als sein mit Sprengstoff gefüllter Rucksack vorzeitig explodierte. Die chilenischen Behörden werden von Anarchisten für seinen Tod verantwortlich gemacht.

Auch der Schweizer Botschafter in Rom, Bernardino Regazzoni, sieht einen Zusammenhang des Anschlags mit Inhaftierungen von Mitgliedern des "Netzwerks von Anarcho-Terroristen". Dies sagte Regazzoni gegenüber dem Privatradio "Radio 1" unter Berufung auf die Polizei.

Zusammenhang mit Camenisch

Auf die Frage, ob der Anschlag auch eine Antwort auf die Inhaftierung von Marco Camenisch sei, sagte Regazzoni, "so sieht es aus". Camenisch war 2002 nach Verbüssung einer mehrjährigen Haftstrafe von Italien an die Schweiz ausgeliefert worden.

Er muss einerseits eine frühere Strafe von 1981 wegen Anschlägen auf Einrichtungen der Stromindustrie noch absitzen. Andererseits wurde der auch als "Öko-Terrorist" bezeichnete Camenisch wegen Mordes an einem Grenzwächter verurteilt.

Bewachung verstärkt

Die italienischen Sicherheitskräfte waren weiter in erhöhter Alarmbereitschaft. Botschaftsgebäude, Ministerien, Postämter und das Parlament wurden am Freitag verstärkt bewacht. Aus Sicherheitsgründen machte das EDA keine Angaben zu den getroffenen Massnahmen bei der Schweizer Botschaft.

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