Die 194 Vertragsparteien der Klimakonvention konnten sich mit Ausnahme von Bolivien auf einen Abschlusstext einigen und verhinderten somit ein Scheitern der Konferenz. Die Klärung entscheidender Fragen wie verbindliche Verpflichtungen für Länder die dem Kyotoprotokoll nicht angehören, wurden jedoch auf das kommende Jahr vertagt.

Inhaltlich seien Fortschritte im Vergleich zur Klimakonferenz von Kopenhagen Ende 2009 gemacht worden, teilte das Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) am Samstag mit. "Der grosse Wurf blieb erwartungsgemäss aus."

Anlässlich der abschliessenden Diskussion sagte Bruno Oberle, Direktor des Bundesamts für Umwelt im Namen der Verhandlungsgruppe, welche die Schweiz anführt: "Das Papier von Cancún ist ein Kompromiss und enthält Punkte, mit denen nicht alle einverstanden sind. Trotzdem werden wir es annehmen."

Er dankte der mexikanischen Konferenzpräsidentin Patricia Espinosa für die transparente Verhandlungsführung und sagte: "Sie haben es geschafft, die Atmosphäre des Misstrauens zu überwinden und das Vertrauen wieder herzustellen."

Umweltorganisationen: Tiefe Erwartungen übertroffen

Die Umweltorganisationen sind mit dem Resultat der UNO-Klimakonferenz in Cancún zufrieden: Greenpeace wertete das Abschlusspapier als Zeichen der Hoffnung, der WWF sprach gar von einem verfrühten Weihnachtsgeschenk an die Welt, das mit sehr viel weiterer Arbeit verbunden sei.

Die Erwartungen an die Klimakonferenz seien nach der Enttäuschung von Kopenhagen sehr tief angesetzt gewesen. "Cancún hat diese Erwartungen in einem phänomenalen Finale klar übertroffen", schreibt der WWF in einer Mitteilung vom Samstag.

"Wir haben etwas vom Vertrauen zurückbekommen, das die Klimaverhandlungen so dringend brauchen", wird Patrick Hofstetter, Leiter Klimapolitik beim WWF Schweiz und Mitglied der Schweizer Delegation in Cancún, zitiert.

Auch nach Ansicht von Greenpeace ist die Staatengemeinschaft einem Klimaschutzvertrag in Durban mit den Beschlüssen in Cancún ein Stück näher gekommen. Zum Schluss habe die Einsicht in die Notwendigkeit über die Furcht gesiegt, schreibt Greenpeace in einer Mitteilung.

"Das Ergebnis ist besser, als viele hier zeitweise befürchtet haben. Trotzdem - es ist erst der Anfang. Jetzt muss die Arbeit richtig losgehen", wird der Leiter der Internationalen Klimapolitik von Greenpeace, Martin Kaiser, zitiert.