Von 2011 bis 2013 wurde für rund 400 Millionen Franken Rohgold aus Eritrea in die Schweiz eingeführt. Schweizer Firmen haben das Gold raffiniert und daraus Goldbarren hergestellt. Das sorgt für Kritik. «Für mich stellt sich die Frage, ob der Bundesrat von diesen Geschäften wusste», sagt der Aargauer Ständerat Philipp Müller (FDP) gegenüber der "Rundschau".

Es könne doch nicht sein, dass die Schweiz ein solches Regime finanziere, das Tausende Menschen in die Flucht treibe, so Müller weiter. Auch SP-Nationalrätin Yvonne Feri kritisiert die "moralisch absolut verwerflichen" Geschäftspraktiken. Aus keinem anderen Land kommen so viele Asylsuchende in die Schweiz wie aus Eritrea.

Laut der "Rundschau" ist die Bisha-Mine, aus der die Schweiz das Gold bezogen hat, eine der wichtigsten Einnahmequellen der eritreischen Regierung von Präsident Isayas Afwerki. Ein ehemaliger Arbeiter lebt als Flüchtling in der Schweiz und erzählt von menschenunwürdigen Umständen: «Es war unglaublich hart. Mitten in der Wüste und über 45 Grad heiss. Einige Arbeiter sind gestorben», sagt Abadi Gebremeskel. «Ich schätze, dass rund 80 Prozent der Arbeiter aus dem Militärdienst kamen und zur Arbeit gezwungen wurden.»

Bund setzt sich für mehr Transparenz ein

Der Bund reagiert mit allgemeinen Anworten auf die Fragen der "Rundschau". Man setze sich für mehr Transparenz im Rohstoffhandel ein. «Der von Ihnen recherchierte Fall zeigt, wie wichtig Transparenz ist», schreibt das Generalsekretariat des eidgenössischen Polizei- und Justizdepartementes (EJPD).

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