Die Schweiz verfüge zwar über eine bedeutende Verteidigungsindustrie und exportiere ein beachtliches Mass an konventionellen Waffen, hält die am Dienstag (Ortszeit) in New York vorgestellte Studie fest.

Dank Einschränkungen von Kriegsmaterialexporten in den letzten Jahren habe sie nun dennoch zwei Mal in Folge den Einzug in die Top Ten geschafft, da sie ansonsten eine "sehr geringe" Zahl an Gewaltverbrechen und Tötungsdelikten aufweise. Im vergangenen Jahr war die Schweiz noch auf dem zehnten Platz.

Neben der Schweiz befinden sich unter den 20 am besten bewerteten Ländern weitere 12 europäische. Doch selbst hier herrschten verglichen mit 2011 weniger friedliche Rahmenbedingungen. Wirtschaftlichen Probleme führten zu mehr Instabilität und in der Folge zu mehr Kriminalität und gewalttätigen Ausschreitungen. Als Beispiele nennt die Studie Spanien und Portugal.

Weniger Frieden

Die Welt sei im vergangenen Jahr insgesamt ein etwas weniger friedlicher Ort geworden. Konflikte hätten sich insbesondere im Nahen Osten und Afrika verschärft. Seit 2008 habe sich die Bewertung von über 100 Ländern verschlechtert, während nur knapp 50 Nationen Schritte in Richtung Frieden gemacht hätten.

Grund für diesen Trend seien die gestiegene Zahl an Tötungsdelikten, höhere Militärausgaben und eine wachsende politische Instabilität. Die Macher der Studie messen die Friedlichkeit eines Landes an der Sicherheitslage, Militarisierung und der Beteiligung an nationalen oder internationalen Konflikten.

Brennpunkt Afrika

Die Zahl der Tötungsdelikte sei weltweit auf rund 524'000 gestiegen, eine Zunahme um gut 40'000 im Vergleich zu 2011. Die meisten dieser Gewaltakte seien afrikanischen Ländern südlich der Sahara zuzuschreiben, heisst es in der Studie.

Der Drogenkrieg in Mexiko habe im vergangenen Jahr doppelt so viele Menschenleben gefordert, wie die Konflikte im Irak und in Afghanistan. Die Kosten für die Eindämmung der weltweiten Gewalt wurden in der Studie auf 9,5 Billionen Dollar geschätzt.

USA abgeschlagen

Die USA landen im Index der friedlichsten Nationen auf Rang 99. Grund seien die vielen Gefängnisinsassen, hohen Militärausgaben, die Beteiligung an mehreren internationalen Konflikten, eine hohe Zahl an Tötungsdelikten sowie die waffenfreundliche Gesetzeslage.

Auf den hintersten Plätzen befinden sich die Krisenländer Syrien, Somalia und Afghanistan. Im Falle Syriens handle es sich um die grösste Rang-Verschlechterung eines Landes seit Bestehen des Index. Libyen habe sich mit seiner neu gewählten Regierung und der schrittweisen Erholung seit den Unruhen von 2011 deutlich verbessert.

Der Friedens-Index wird von internationalen Experten erstellt. Als Datengrundlage dienen nach eigenen Angaben unter anderem Informationen der Weltbank und diverser UNO-Organisationen. Insgesamt sind 162 Länder untersucht worden.

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