Vergeblich plädierte Verteidigungsminister Ueli Maurer für Eintreten. Vorgesehen war, maximal 30 Armeeangehörige zum Schutz von UNO-Schiffen mit Nahrungsmittelhilfe sowie zum Schutz von Schweizer Handelsschiffen in den Golf von Aden zu entsenden. Der Einsatz wäre bis Mitte 2010 befristet gewesen.

Eine Nichtbeteiligung der Schweiz werde das ohnehin schon lädierte Image der Schweiz weiter beschädigen, hatten die Befürworter gewarnt. Die Sicherheitspolitische Kommission hatte am Morgen vor der Sitzung des Nationalrats zwei Ordnungsanträge für eine Sistierung zwecks neuer Verhandlungen mit der EU abgelehnt.

Bei der EU nahm man den negativen Entscheid des Nationalrats zur Kenntnis. Der Beschluss eines "souveränen Staates" werde nicht näher kommentiert, hiess es aus Diplomatenkreisen in Brüssel.

Die in der Schweiz angesprochenen Möglichkeiten, an Stelle der Soldaten einen finanziellen Beitrag zu leisten oder einzig zivile Personen zu schicken, "könnten diskutiert werden". Wenn die Schweiz darüber verhandeln wolle, seien die Türen sicher offen.

Allerdings hatte der EU-Aussenbeauftragte Javier Solana bereits im Februar bei einem Treffen mit Aussenministerin Micheline Calmy-Rey festgehalten, dass die EU eine allfällige "Beteiligung der Schweiz mit Soldaten an der EU-Mission erwartet" und dies als "sehr wichtig" bezeichnet. Ein finanzieller Beitrag sei zwar auch wichtig, habe "aber nicht Priorität".