Ablösung
Schweden zieht umstrittenen schwedischen Botschafter ab - er geht nach New York

Per Thöresson, der zuletzt wegen seines Lobbyings für den Kampfjet Gripen in die Kritik geraten war, wird abgelöst. Die Abberufung hat laut dem schwedischen Aussenministerium aber nichts mit den aktuellen Schlagzeilen zu tun.

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Wird zurück nach Stockholm beordnet: Per Thöresson.

Wird zurück nach Stockholm beordnet: Per Thöresson.

Keystone

Wiederholt ist der schwedische Botschafter Per Thöresson im Zusammenhang mit der Kampfjetbeschaffung negativ in die Schlagzeilen geraten. Die Lobbyarbeit für den Gripen-Hersteller Saab nahm er für den Geschmack der Schweizer Öffentlichkeit etwas gar ernst.

Gemäss Geheimdokumenten, welche schwedische Medien kürzlich publik machten, erstellte der Botschafter etwa detaillierte Listen über die Haltung von Mitgliedern der Sicherheitspolitischen Kommission (SiK) zum Kampfjet. Darauf aufbauend erliess er Handlungsempfehlungen, welche Politiker noch bearbeitet werden sollten, und übergab diese dem Verteidigungsdepartement von Bundesrat Ueli Maurer.

Auch rapportierte er nach Stockholm, dass der Verteidigungsminister durch sein Auftreten in der SiK dem Gripen schaden könnte und dass Schweizer Medien möglicherweise Negatives über den Gripen aufdecken könnten.

Allgemein sorgte der enge Kontakt zwischen Maurer, dem Botschafter und ausgewählten Parlamentariern für Stirnrunzeln.

Möglicherweise hat sein unbedarftes Auftreten Per Thöresson nun den Botschafter-Posten gekostet. Die schwedische Regierung bestätigte heute eine Meldung von «Blick.ch» und gab heute bekannt, dass Magnus Holm ab Herbst 2014 neuer Botschafter in der Schweiz wird. Derzeit ist Holm noch für nordische Koordination im schwedischen Aussenministerium, zuständig. Per Thöresson werde nach New York versetzt und tritt dort die Stelle des stellvertretenden UNO-Botschafters Schwedens an.

Von einer Strafaktion will Schweden offiziell aber nichts wissen. Es handle sich um eine Nachfolgeregelung im normalen Turnus, wie der Sprecher des schwedischen Aussenministeriums Carl Bildt betont.

Thöressons Aktivismus bei der Kampfjetbeschaffung lobte Bildt ausdrücklich: "Thöresson hat genau das getan, was wir von ihm erwartet haben, und zu seinen Aufgaben gehört nun einmal auch, für schwedische Exporte zu werben", so Bildt gegenüber der Nachrichtenagentur sda. (rhe)

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