Militärjet
Schweden fordern: Schweiz soll sich bei Gripen-Weiterentwickung beteiligen

Die Schweiz will in Schweden 22 Kampfjets vom Typ Gripen E/F kaufen. Das Milliardengeschäft ist noch nicht beschlossen, schon kommen in Schweden weitergehende Begehrlichkeiten auf. So soll sich die Schweiz an der Weiterentwicklung beteiligen.

Merken
Drucken
Teilen

Schwedische Parlamentarier wollen, dass die Schweiz mit Schweden für die Weiterentwicklung des Gripen-Kampfjets eine Zusammenarbeit eingeht. Darin inbegriffen wäre wohl auch eine Kostenbeteiligung. Das berichtet die «Rundschau» des Schweizer Fernsehens.

«Uns in Schweden geht es vor allem um die langfristige Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und Schweden als gleichberechtigte Partner, die zusammen sehr viele Dinge gemeinsam entwickeln können», sagt Cecilia Widegren, stellvertretende Chefin der Sicherheitskommission des schwedischen Parlaments gegenüber der «Rundschau». Die konservative Politikerin ist eine der wichtigsten Gripen-Befürworterinnen.

Schweden hat sich übernommen

Die Forderung hat handfeste finanzielle Hintergründe. Schweden hat sich mit der Entwicklung des Gripen finanziell übernommen. Bis heute hat die Entwicklung des Jets rund 18 Milliarden Franken gekostet. Die Weiterentwicklung soll weitere 6 bis 7 weitere Milliarden verschlingen. Eine Finanzspritze aus der Schweiz würde der wachsenden Opposition gegen das teuere Projekt etwas Wind aus den Segeln nehmen.

Im Dezember gab es bereits einmal einen Parlament-Entscheid in Stockholm, den Gripen nicht weiter zu entwickeln ohne Geld von einem ausländischen Partner. Letzte Woche nun wurde der Entscheid wieder umgestossen. Um die Finanzierung der Weiterentwicklung zu sicher, will Schweden nun die restlichen Militärausgaben stark kürzen.

Schweizer Parlamentarier sind irritiert

Schweizer Politiker reagieren in der Rundschau irritiert auf die Begehrlichkeiten aus Schweden. «Es ist das ungute Gefühl, dass wir die Katze im Sack kaufen und nicht wissen, was an weiteren Kosten noch auf uns zukommt», sagt Chantal Galladé (SP/ZH), Präsidentin der nationalrätlichen Sicherheitskommission. (rsn)