In der Schweiz haben sich in zahlreichen Städten Leute versammelt, um an den traditionellen 1. Mai Umzügen teilzunehmen. In Zürich haben die «Autonomen» bereits vor dem 1. Mai angekündigt, dass sie zum Paradeplatz wollen - zum Sinnbild der Banken-Abzockerei. Dort wollten sie eine rote Fahne hissen. Daraus wurde aber nichts. Die Polizei formierte sich und schlug die Chaoten in die Flucht.

Um 10.30 Uhr startete der 1. Mai Demonstrationsumzug in Zürich. Auf dem Bürkliplatz fand um 12.30 Uhr die Schlusskundgebung statt. Das berichtet «Tages-Anzeiger.ch/Newsnetz».

In Baden fordert Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer eine Regulierung der überrissenen Boni. Solche Vergütungsmodelle würden der Volkswirtschaft und dem gesellschaftlichen Zusammenhalt schaden. Es sei eine Aufgabe der Politik, über die Parteigrenzen hinweg auf diese Boni eine Antwort zu finden.

Kampf der Profitgier

Die einen sahnen immer unverschämter ab, die anderen müssen bluten: Das sagen nicht nur die Gewerkschaften - die Empörung über diese Entwicklung geht inzwischen weit über Gewerkschaftskreise hinaus. Entlassungen und hohe Arbeitslosenzahlen auf der einen, überrissene Boni und traumhafte Managerlöhne auf der anderen Seite verbittern viele.

"Oben prassen wenige, unten schnallen viele den Gürtel enger", begründet der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) das diesjährige Motto "Arbeit, Lohn und Rente statt Profit und Gier". Schweizweit sind denn auch kämpferische Ansprachen gegen die Abzocker und Boni-Ritter zu erwarten. Ebenfalls ein Thema dürfte die Verschärfung des Arbeitslosengesetzes sein.

Von den beiden SP-Bundesräten hat nur Micheline Calmy-Rey Auftritte angekündigt, nämlich in Thun und Interlaken. Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer (SP/AG) wird in Baden AG sprechen. In Bern findet das Fest erstmals auf dem Bundesplatz statt, wo neben anderen auch SBG-Präsident Paul Rechsteiner auftreten wird.

In Zürich endet die grosse offizielle 1.-Mai-Kundgebung traditionsgemäss mit der berüchtigten Nachdemo, die meist zu Krawallen führt und dieses Jahr unter dem vielsagenden Motto "Moneypulation - Verlieren wir die Beherrschung" steht. (sda/skh)