Teerung
Schupfart tritt gegen «Aarau» an

Gemeindeversammlung leitet Kampf für Teerung der Schönbühlstrasse ein. Gegen seinen Willen muss der Gemeinderat von Schupfart gegen einen Entscheid von «Aarau» antreten. Dies hat die Gemeindeversammlung entschieden.

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André Steinacher

André Steinacher

Aargauer Zeitung

Paul Roppel

Im Prinzip sind sich Initiant und Gemeinderat einig: Die Schönbühlstrasse von Schupfart nach Gipf-Oberfrick gehört durchgehend geteert. Während der zu Ende gehenden Güterregulierung haben sich die Ausführungskommission und der Gemeinderat unisono dafür eingesetzt, wurden aber zurückgepfiffen. Gemäss generellem Strassenausbauprojekt wäre eine vollständige Teerung der Strasse vorgesehen gewesen, wurde aber von den Bewilligungsbehörden gestrichen, da die Strasse für die Landwirtschaft unbedeutend ist.

Erst nach einem Tumult an einer Generalversammlung der BVG und nach Verwaltungsgerichtsentscheid durfte ein rund 800 Meter langes und sehr steiles Strassenstück vor rund vier Jahren unter Kostenfolgen durch die Gemeinde geteert werden. Offen bleiben mussten die letzten 300 Meter dieses allgemein und häufig benutzten Überganges von Schupfart nach Gipf-Oberfrick, direkt an der Banngrenze. Die Weiterführung bis nach Gipf-Oberfrick ist durchgehend geteert.

Unterhaltskosten sind das Problem

«Der Unterhalt dieses ungeteerten Strassenstückes ist ein Fass ohne Boden; es kostet Gemeinde und Grundeigentümer ein Vermögen», begründet André Steinacher, der einen Vorstoss an der Sommergemeinde platzierte und sich nun mit einem Gegenvorschlag des Gemeinderates konfrontiert sah. «Die Bevölkerung will etwas anderes als die Verwaltung», ereiferte sich Steinacher, dem die Gemeindeversammlung den Rücken zuvor deutlich gestärkt hatte.

«Regieren nun die Beamten in Aarau oder hat der Souverän in Schupfart das Sagen?», setzte er noch eins drauf. «Für mich ist die Demokratie an erster Stelle und mit ihr bekämpfe ich übergeordnete Beamteninteressen», machte er klar. Dies wird sogar in neuer Position geschehen: Der 46-jährige Landwirt wurde in den neuen Gemeinderat gewählt. Der Souverän ist mit ihm: 75 der 94 an der Gemeindeversammlung Stimmenden sprachen sich nach grosser Diskussion für eine Teerung des umstrittenen Teilstückes aus.

Der Souverän unterstützte den konfrontativen Antrag von Steinacher mit 53 Stimmen, während der vermittelnde Gegenvorschlag des Gemeinderates nur 19 Stimmen auf sich vereinte. Einzig ein Exponent des Naturschutzes intervenierte, denn beidseitig seien Flächen von anerkannten Naturschutzgebieten. Nun hat der Gemeinderat unmissverständlich den Auftrag, den Willen des Souveräns in Aarau durchzusetzen.

Dazu wird heftiges Geschütz als Druckmittel eingesetzt: «Die Gemeinde übernimmt das neue Wegnetz von der Güterregulierung nur, wenn das fehlende Stück vor der Übernahme durch die Einwohnergemeinde geteert ist», lautet die Anordnung. Der Gemeinderat soll für die Teerung an der nächsten Gemeindeversammlung das Kreditbegehren stellen.

Bauvoreingabe nicht bewilligt

«Das offen gebliebene Stück wurde in der Zwischenzeit schon einmal generalüberholt, derart defekt war es», meinte Steinacher. Die Strasse wird sehr häufig benützt und wird sogar von Navigationsgeräten vorgeschlagen, verkürzt es doch den Weg nach Aarau um rund fünf Kilometer. Der Gemeinderat sieht nun Probleme, rechtskräftige Entscheide im abgeschlossenen Verfahren mit dem Beschluss des Souveräns umzustossen.

Eine Baubewilligung mittels einer Bauvoreingabe ist im August vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt aufgrund der entgegenstehenden überwiegenden Interessen von Naturschutzzonen, geringer Neigung und Wanderweg abgelehnt worden. Zudem könnte es teuer werden, da ein Wanderweg nicht auf geteerter Strasse geführt werden darf, war vom Gemeinderat eingeworfen worden.