Reinach
Schulsanierung kostet 21,4 Millionen Franken

«Warum nicht abreissen?», sagt mancher Reinacher, wenn die Rede am Stammtisch auf das Bachmattschulhaus zu sprechen kommt. Andere wiederum machen sich für den aus dem Jahre 1965 stammenden Betonbau stark, betonen die emotionale Bindung, die besondere Architektur sowie das einmalige Raumgefühl mit der besonderen, an eine Kathedrale erinnernden Akustik.

Merken
Drucken
Teilen
Reinacher Schulhaus

Reinacher Schulhaus

Berner Rundschau

Bereits in den 80er-Jahren wurde am Bachmattschulhaus Hand angelegt: Die Fenster wurden ausgewechselt und die Aussenfassade erneuert. Der Traditionsbau gilt nun erneut als Sanierungsfall, da er zahlreichen Vorschriften nicht mehr genügt. Das Haus müsse erdbebensicher gemacht werden, es gelte, die PCB-haltigen Betonfugen und die Energie verschleissende Beleuchtung auszuwechseln, sagte die verantwortliche Architektin Esther Brogli am Samstag an einem Info-Anlass im Beisein von Gemeinderätin Eva Chappuis und Rektor Peter Sprecher. Das Problem liege bei der Stabilität des Untergeschosses, das im Falle eines Bebens einbrechen könne.

Weiter muss die Originalisolation der Aussenfassade, die sich mittlerweile verflüchtigt haben dürfte, ersetzt werden. Auch sollen dämpfende Materialien der hallenden Akustik im Inneren des Gebäudes entgegenwirken. Hierbei würden zwar die Aussenfassade und die Decken in den Stockwerken neu gestaltet, doch wolle man in jedem Fall den typischen Charakter des Hauses erhalten, betonte Brogli.
Veraltet sind auch die beiden Turnhallen, die nicht durch eine mobile Trennwand miteinander verbunden werden können. Der enge Zugang mit dem knapp bemessenen Vorplatz gilt ebenso als nicht mehr zeitgemäss. Für sieben bis acht Millionen Franken ist daher eine neu Doppelhalle budgetiert, die auch Möglichkeiten zur Gestaltung eines offeneren Vorplatzes gewährt.

Baubeginn im Herbst

Insgesamt belaufen sich die Kosten für Reinach auf 21,4 Millionen, wobei der Kanton, sobald er die Sekundarschulhäuser von den Gemeinden übernimmt, diese Kosten mittragen wird. «Der Stimmbürger bewilligt nicht allzu oft derart hohe Beträge», sagte Eva Chappuis. Es sei daher wichtig, die Bevölkerung möglichst transparent zu informieren. Sorgen, dass der Bruttokredit an der Urne keine Mehrheit findet, macht sich die SP-Gemeinderätin nicht.

Im Herbst 2009 soll mit den Arbeiten begonnen werden. Wobei im Hinblick auf die geplanten Veränderungen der Schulstufenorganisation im Kellergeschoss zusätzlich neue Räume erschlossen und die Beweglichkeit für Menschen mit einer Behinderung verbessert werden sollen. (acm)