Lengnau
Schüler und Lehrer können aufatmen

Der Gemeinderat Lengnau gibt Entwarnung: In den Schulräumen in der Liegenschaft Krone ist bei Luftmessungen keine erhöhte Belastung an Formaldehyd zu verzeichnen.

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Krone Lengnau

Krone Lengnau

Aargauer Zeitung

Michael Hunziker

Der frühere Saal im Obergeschoss des Gasthauses zur Krone in Lengnau dient seit den Neunzigerjahren als Schulraumprovisorium. Eine Person hatte über Geruchsbelästigungen, schlechte Raumluft und gesundheitliche Beschwerden - häufige Kopfschmerzen, allgemeines Unbehagen - geklagt. Als Ursache befürchtete sie eine erhöhte Konzentration an Formaldehyd. Zwei Tests lieferten unterschiedliche Ergebnisse. Die Person wandte sich an das Amt für Wirtschaft und Arbeit.

Wichtig in chemischer Industrie

Formaldehyd kommt in der Natur vor, entsteht auch bei unvollständigen Verbrennungen oder bei der Kunststoffverarbeitung. Formaldehyd ist laut der Online-Enzyklopädie Wikipedia einer der wichtigsten Grundstoffe in der chemischen Industrie und wird unter anderem zur Herstellung folgender Produkte verwendet: Süssstoffe, Bindemittel, Klebstoffe, Textilhilfsmittel, Düngemittel, Gerbstoffe. Bestimmte formaldehydhaltige Materialien - Holzwerkstoffe, Bodenbeläge, Möbel und Textilien - können eine Kontamination der Atemluft in geschlossenen Räumen bewirken. Als Aromaten werden in der organischen Chemie Verbindungen bezeichnet, die einen aromatischen Ring enthalten. Sie unterscheiden sich in chemischen und physikalischen Eigenschaften von den übrigen organischen Verbindungen, den Aliphaten. (az)

Messungen für 4500 Franken

Der Gemeinderat musste für 4500 Franken Luftmessungen durchführen lassen. Das Büro Bau- und Umweltchemie, Beratungen und Messungen AG, Zürich, wurde beauftragt, die Raumluft in den Schulzimmern zu untersuchen und gesundheitlich zu bewerten. Gemessen wurde der Gehalt an Lösungsmitteln sowie die Formaldehyd-Konzentration.

Inzwischen ist der Untersuchungsbericht erstellt. «In den untersuchten Klassenzimmern liegen die Konzentrationen an Formaldehyd in einem niedrigen Bereich», ist festgehalten. Gleichzeitig wird aber empfohlen, die Konzentrationen an Aliphaten und Aromaten zu senken. Vorgeschlagen wird, die Räume vor Schulbeginn und in den Pausen während fünf Minuten bei offenen Fenstern und Türen zu lüften.

Und: Als Erfolgskontrolle sei nach einem Monat eine Nachmessung auf flüchtige organische Stoffe vorzunehmen. Empfohlen wird weiter, die Quelle der Aliphaten und Aromaten zu lokalisieren und nach Möglichkeit zu entfernen. Dazu sei das Gebäude auch auf die Lagerung von Benzin und benzinbetriebenen Maschinen sowie auf die Lagerung von grösseren Mengen Gummi - beispielsweise Pneus - zu überprüfen.

Kein gesundheitliches Risiko

Der Gemeinderat Lengnau zeigt sich im aktuellen Gemeindebulletin «Lengnauer Zytig» erleichtert darüber, dass die Messergebnisse weit unterhalb der zulässigen Grenzwerte liegen und dass kein gesundheitliches Risiko besteht.

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