Lehrermangel
Schulen suchen bereits jetzt Lehrer für den kommenden August

Kaum sind die letzten offenen Lehrerstellen besetzt, geht die Suche wieder von vorne los. Unzählige Inserate in der Zeitung und auf dem Internet zeigen: Auch für das Schuljahr 2011/2012 steht ein Lehrermangel an.

Drucken
Teilen

Keystone

Wer in den letzten zwei Wochen die Stellenanzeiger durchgeblättert oder die Jobbörse im Internet durchgestöbert hat, stellte fest: Die Lehrersuche hat schon wieder begonnen. Und dies nicht etwa für den kommenden Frühling sondern erst für August 2011.

In sämtlichen Deutschschweizer Kantonen wird um Lehrpersonen für Mittelschulen, Sekundarstufen und Primarschulen geworben. Die Anforderungen an die künftigen Dozenten sind sehr unterschiedlich. Während die einen Bildungsstätten ein abgeschlossene Hochschulstudium mit Lehrerdiplom erwarten, reichen anderen eine Lehrerberechtigung auf Sekundarstufe II oder zumindest den Willen, diese berufsbegleitend zu erwerben.

Quereinsteiger sind noch nicht so weit

«Wir rechnen für das kommende Schuljahr mit einem verstärkten Lehrermangel», begründet Beat W. Zemp vom Schweizerischen Lehrerdachverband LCH die Inserateflut. Das liege unter anderem daran, dass momentan viele Personen in den Schulzimmern stehen, die eigentlich im letzten Ausbildungsjahr sind. «Diese müssen natürlich selbst wieder die Schulbank drücken und ihr Diplom nachholen», so der Lehrer-Präsident.

Und auch auf die Quereinsteiger, die eine verkürzte Lehrerausbildung absolvieren, könne man noch nicht setzen: «Die Ersten sind frühestens in zwei Jahren mit ihrer Ausbildung fertig», so Zemp. Als Notfallmassnahme würden Kantone einige dieser Quereinsteiger schon früher einsetzten, aber dies praktisch nur in Begleitung eines Coaches, der auch erst gefunden werden müsse.

Folge des Systems

Dass gerade jetzt so viele Stellen ausgeschrieben sind, sei aber auch eine Folge des Systems, erklärt Monika Wedermann, Gesamtschulleiterin der Kreisschule Thal in Solothurn. «Im November gibt der Kanton jeweils die Personalplanung bekannt und wir können berechnen, wie viele Klassen es im kommenden Schuljahr zu unterrichten gibt.»

Dann laute die Devise für den Stellenausschrieb natürlich: je früher desto besser. Die Kreisschule Thal sucht momentan gleich mehrere Lehrpersonen für die Sekundarstufe I. «Haben wir bis im Frühjahr diese Stellen besetzt, können wir diese bereits in die Stundenplanung miteinbeziehen», sagt Wedermann.

Der zweite Schub an Lehrerinseraten erfolgt laut Zemp jeweils im Juni. «Die meisten Kündigungen kommen auf Ende April rein, dann sind die Schulen erneut gefordert ihre offenen Stellen zu besetzen.» (jep)

Aktuelle Nachrichten