Jürg Amsler

Als Parteiloser hat Max Wolf vor zwei Jahren das Amt als Gemeindepräsident in Lengnau angetreten. «Ich bin nach wie vor überzeugt, dass diese Unabhängigkeit nur von Vorteil ist. Ich kann viel objektiver handeln und wenn ich etwas will, lasse ich wenn nötig meine Beziehungen spielen.» Dass er mit diesen persönlichen Prinzipien in der Gemeindepolitik nicht schlecht fährt, hat er in den letzten zwei Jahren mehrmals erfahren dürfen. So zum Beispiel beim Sorgenkind Schule. «Ich habe bald einmal gemerkt, dass rund um die Schule nicht alles rund läuft.» Max Wolf hat das Problem ohne grosses Aufsehen angepackt. Die Schulkommission wurde durch erfahrene ehemalige Gemeinderatsmitglieder bestückt. Externe Beratung ist beigezogen worden und in diesem Jahr wurden Nägel mit Köpfen gemacht. Die personellen Hierarchien sind der Gemeindeverwaltung angepasst worden. «In Marianne Furer haben wir im Sommer eine professionelle Gesamtschulleiterin angestellt. Wir haben Reglemente und Strukturen angepasst. Die Kompetenzen sind nun klar geregelt. Neu gibt es an unseren Schulen eine Qualitätssicherung.» Wolf erklärt: «Die Lehrkräfte haben ihre Lernziele den Eltern und Behörden mitzuteilen. Ich darf heute sagen: Die Schulen sind auf dem richtigen Weg.»

Dass auch Investitionen in Einrichtungen und Material dazu beigetragen haben, die Schulen auf den neusten Stand zu bringen, erwähnt der Gemeindepräsident so nebenbei. «Wir werden weiter in das Bildungswesen investieren. Ab kommenden Schuljahr wird es in unserer Gemeinde eine Tagesschule geben.»

Die Arbeit wird nicht ausgehen

«Auch das Projekt Mehrzweckhalle steht ganz oben auf der Prioritätenliste des Gesamtgemeinderates.» Max Wolf will alles daran setzen, dass in der zweiten Hälfte der Legislatur den vielen Worten endlich Taten folgen. Er sei sich bewusst, dass dies in wirtschaftlich schlechten Zeiten - «und Lengnau ist sehr stark vom Geschäftsgang des grössten Steuerzahlers, der Uhrenfirma Rado, abhängig» - ein ehrgeiziges Ziel ist. «Doch wir haben in guten Zeiten einigen Speck ansetzen können.» Metzgermeister Wolf macht damit klar, dass die finanzielle Zukunft der Gemeinde nicht so rosig aussieht und für ihn eine Steuersenkung•vorläufig kein Thema ist. Dagegen will sich der Gemeinderat in den nächsten zwei Jahren mit der Energieversorgung sehr intensiv auseinander setzen.

«Wir haben den Ausschuss nachhaltige Energie Lengnau (ANEL) eingesetzt. Dieser hat umfangreiche Abklärungen zu treffen und Möglichkeiten alternativer Energiequellen zu prüfen. Sie sollen dem Gemeinderat als Entscheidungsgrundlage dienen.» Max Wolf weiss sehr wohl, dass wichtige Entscheide letztlich dem Souverän unterbreitet werden müssen und hofft, dass dieser die Behörden in ihren Bemühungen, Lengnau als attraktiven Wohn- und Arbeitsstandort zu etablieren, unterstützen wird.

Aufgegleist seien die Einführung von Tempo 30 auf dem gesamten Gemeindegebiet und die Revision der Ortsplanung. Diese beiden Geschäft sollten in der verbleibenden Amtszeit umgesetzt werden. Max Wolf: «Die Arbeit wird uns im Gemeinderat bestimmt nicht ausgehen.»