Schon die Römer bauten ähnlich

Ein Traktor treibt mit seinem 350 PS-Motor die grosse Fräse an und mischt das Bindemittel in den Untergrund.	(Bild: psi)

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Ein Traktor treibt mit seinem 350 PS-Motor die grosse Fräse an und mischt das Bindemittel in den Untergrund. (Bild: psi)

Die Bauarbeiten beim Radweg von Reinach nach Beinwil am See kommen voran. Während auf der Reinacher Seite bereits die ersten Randsteine bei den Anschlüssen gesetzt werden, wurde im Gebiet des ehemaligen Dammeinschnittes der aufgeschüttete Baugrund stabilisiert.

Peter Siegrist

Der Dammeinschnitt des ehemaligen Bahntrassees zwischen Beinwil am See und Reinach ist aufgefüllt das Material hat sich gesetzt. Allerdings ist der aufgeschüttete Baugrund noch nicht stabil genug für den schichtweisen Aufbau der Fahrbahn. Mit einer grossen Fräse der Firma Caro-Umwelttechnik aus Sursee haben die Strassenbauer deshalb 37 Tonnen Bindemittel eingearbeitet. Die Maschine mit den angekoppelten Fräse wiegt 15 Tonnen und bringt 350 PS Leistung. Laut Stefan Soder von Caro-Umwelttechnik sind in der Schweiz erst fünf dieser Geräte im Einsatz.

Das Bindemittel, eine Mischung aus 70 Prozent Zement und 30 Prozent Kalk wird zuerst über den Boden verteilt. Die Fräse mischt und homogenisiert. «Fünf Stunden bleiben uns maximal», sagt Stefan Soder von der Spezialfirma. Das Zement-Kalkgemisch bindet mit der natürlichen Bodenfeuchtigkeit relativ rasch ab. Kaum hat der Maschinist mit der Fräse das pulverförmige Material untergearbeitet, wird mit einem Bagger planiert und mit einer Walze verdichtet. Rund sieben Tage lassen die Bauarbeiter anschliessend den verdichteten und stabilisierten Untergrund ruhen, nachher kann mit dem Aufbau der eigentlichen Fundation begonnen werden. «Bereits die Römer haben für ihre Strassen das Fundament mit Mergel stabilisiert und schichtweise aufgebaut», erklärt Soder.

Das gewählte Verfahren ist nachhaltig

Für Bauleiter Remo Furter bringt das gewählte Verfahren die Sicherheit, dass der Untergrund genügend tragfähig ist. Auf den stabilisierten Untergrund folgen eine Schicht Bahnschotter und rund zehn Zentimeter Kalt-Misch-Fundation (KMF). Ein Material das aus herausgefrästen, aufbereiteten Strassenbelägen besteht. Es wird mit Belagseinbaumaschinen aufgebracht und mit Walzen verdichtet. Die oberste Schicht, die eigentliche Fahrbahn ist beim Radweg auch Asphalt. Sind Fahrbahn und Anschlüsse für den Radweg einmal gebaut, wird der eingedolte Bach aus dem Gebiet Schiristrasse Richtung Beinwil offen gelegt.

Gegenwärtig wird an zwei Baustellen gearbeitet. Auf der Reinacherseite sind die neuen Werkleitungen fertig eingebaut worden und die Bauarbeiter sind daran, die Randabschlüsse zu setzen, damit anschliessend der Deckbelag aufgwalzt werden kann. Auf der Beinwilerseite werden ebenfalls noch Werkleitungen eingebaut.

Der Radweg von Beinwil am See nach Reinach gehört zum kantonalen Radwegnetz. Er verbindet nicht nur das Seetal mit dem Wynental und via Menziken mit dem Michelsamt, er ist auch für die Oberstufenschüler ein sicherer Schulweg.

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