Kantonsspital Laufen
Schon der neue Name stösst auf Ablehnung

Der Vorschlag der Regierung sei halbherzig, kritisieren die Grünen. Langfristig führe kaum ein Weg an der Schliessung des Laufner Spitals vorbei. Die Regierung will es retten, indem sie es organisatorisch ins Bruderholzspital integriert.

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Spital Laufen

Spital Laufen

Nicole Nars-Zimmer

Michael Nittnaus

«Diese Lösung ist nicht in meinem Sinn.» Das sagt Madeleine Göschke, Fraktionschefin der Grünen, die vor kurzem mit einem Vorstoss die Integration des Kantonsspitals Laufen ins Bruderholz anregte (die bz berichtete). Dass Gesundheitsdirektor Peter Zwick nun den Standort Laufen erhalten, ihn aber organisatorisch ins Bruderholzspital eingliedern möchte, ist für Göschke ein «mutloser und halbbatziger Ansatz».

Auch Spital Liestal integrieren

Wenn schon eine gemeinsame Organisation, dann wäre es nur konsequent, auch das Kantonsspital Liestal unter dasselbe Dach zu stellen. «So bleibt alles Stückwerk, was ja leider eine Baselbieter Spezialität ist», merkt Göschke weiter an. In dieser Form sei es wohl nur der erste Schritt in Richtung Schliessung.

Diese Befürchtung äussert auch der Laufner FDP-Landrat Rolf Richterich. Seine erste Reaktion auf Zwicks Vorlage sei positiv ausgefallen: «Es zeigt, dass der Regierungsrat hinter Laufen steht.» Dennoch ist Richterich skeptisch, ob sich bei einem Kantonsspital mit zwei Standorten langfristig nicht der stärkere durchsetze und der andere langsam ausblute. «Ich hoffe nicht, dass es für Laufen nur einen Tod auf Raten bedeutet.»

Mortalitätszahlen publik

Die Baselbieter Kantonsspitäler Bruderholz, Liestal und Laufen haben in ihren Qualitätsberichten 2008 auch ihre Mortalitätsstatistiken veröffentlicht. Man habe sich zur Transparenz entschieden, weil die Öffentlichkeit ein Recht habe, die Zahlen zu kennen, sagte Gesundheitsdirektor Peter Zwick und fügte gleich bei, die Zahlen seien mit Vorsicht zu geniessen und die Interpretation schwierig. (bz)


Die Qualitätsberichte stehen auf den Homepages der Spitäler: www.ksla.ch, www.ksli.ch, www.bruderholzspital.ch

Brigitte Bos erleichtert

Die Laufner Stadtpräsidentin Brigitte Bos zeigt sich vor allem erleichtert, dass mit der Regierungsvorlage nun «das Schreckgespenst einer Schliessung, das Madeleine Göschke aufgescheucht hat, vom Tisch ist». Für Bos scheint der Standort Laufen zumindest mittelfristig gesichert, da die neue Regelung auf Gesetzes- und nicht bloss auf Verordnungsebene festgeschrieben wird. Die Baselbieter Regierung habe schnell und gut reagiert. «Das hätte ich mir beim Spital Riehen auch gewünscht», sagt Bos bedauernd.

Solche Diskussionen kommen für Rudolf Mohler, den Direktor des Kantonsspitals Laufen, viel zu früh: «Die genaue Aufteilung im Spitalalltag wird erst noch erarbeitet. Der Zeitrahmen ist völlig offen.» Dass die Regierung zuerst eine Vorlage in die Vernehmlassung schickt, bevor das Projekt überhaupt inhaltlich geplant wurde, ist nicht nur für Mohler ein ungewöhnliches Vorgehen. So kam es auch, dass Peter Zwick die Volkswirtschafts- und Gesundheitskommission vorgängig nicht über die Vorlage informierte. «Das kommt vor allem bei heiklen Themen immer wieder vor, denn so vermeidet die Regierung einen Konflikt», weiss Kommissionsmitglied Göschke. Dabei hätte viel Tumult verhindert werden können, denn für Göschke ist klar: «Hätte ich von den Plänen gewusst, hätte ich meinen Vorstoss nicht in dieser Form gemacht.»

Der neue Name überzeugt nicht

Ein Dorn im Auge fast aller Laufner ist der Namensvorschlag der Regierung: Kantonsspital Bruderholz: Standort Laufen. «Das kommt allein schon wegen der geografischen Verwirrung nicht in Frage», betonen Richterich und Bos einhellig.

Göschke erinnert an die Probleme des Universitäts-Kinderspitals beider Basel (UKBB) mit seinen drei Standorten. «Dort hat man zehn Jahre gebraucht, um den Unsinn zu beheben. Unsere Regierung scheint daraus wenig gelernt zu haben.»