Corona-Massnahmen
Schnelltest jetzt auch ohne Symptome – vielleicht muss es auch bald kein Nasen-Rachen-Abstrich mehr sein

Neu dürfen auch symptomfreie Personen einen Covid-Schnelltest machen. Der Apothekerverband begrüsst den Schritt - und hofft, dass bald mehr Apotheken Schnelltests anbieten.

Christoph Bernet
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Auch wenn man keine Symptome hat, darf man sich jetzt testen lassen. (Symbolbild)

Auch wenn man keine Symptome hat, darf man sich jetzt testen lassen. (Symbolbild)

Foto: Keystone

Der Bundesrat passt die Kriterien für die Anwendung von Corona-Schnelltests an. Neu können sich auch symptomfreie Personen testen lassen. Bisher waren die Antigen-Schnelltests lediglich für Personen mit Symptomen, nach einer Meldung durch die Swiss-Covid-App oder im Rahmen einer behördlich angeordneten Ausbruchsuntersuchung zugelassen. In solchen Fällen trägt der Bund die Kosten. Symptomfreie Personen zahlen den rund 80 Franken teuren Test selber.

Der erweiterte Einsatz von Schnelltests soll einen zusätzlichen Schutz im Rahmen der Schutzkonzepten von Altersheimen oder Spitälern ermöglichen. Denkbar ist etwa die systematische Testung von Pflegepersonal.

Es muss kein Nasen-Rachen-Abstrich mehr sein

Aber auch ein Test vor dem Besuch von betagten Angehörigen ist neu möglich. Gesundheitsminister Alain Berset (SP) mahnte am Freitag vor den Medien jedoch, Schnelltests seien nur Momentaufnahmen: «Abstands- und Hygieneregeln müssen trotzdem befolgt werden.»

Neben der Ausweitung der Test-Kriterien hat der Bundesrat auch die Zulassung neuer Schnelltests vereinfacht. Damit soll der rasche Einsatz von neu entwickelten Tests ermöglicht werden. Bisher waren nur Schnelltests erlaubt, für die ein Nasen-Rachen-Abstrich notwendig ist. Diesen empfinden viele als schmerzhaft.

Doch bald sollen «alle Arten von Schnelltests» durchgeführt werden können, darunter auch Tests, für die lediglich eine Speichelprobe notwendig ist. Weiterhin gilt: Das BAG unterzieht die Tests einer Überprüfung, bevor sie zum Einsatz kommen.

Apotheker rechnen mit mehr Arbeit - und hoffen auf grösseres Angebot

Die Apotheker begrüssen den Entscheid des Bundesrates: «Bisher mussten wir viele symptomfreie Kunden abweisen, die gerne einen Test gemacht hätten», sagt Fabian Vaucher, Präsident des Branchenverbands pharmaSuissse.

Fabian Vaucher von pharmaSuisse.

Fabian Vaucher von pharmaSuisse.

Christian Beutler / KEYSTONE

Viele Leute hätten sich vor Reisen oder Besuchen bei Angehörigen der Risikogruppen testen lassen wollen. Manche Arbeitgeber wollten einen negativen Schnelltest, um Tätigkeiten durchzuführen, bei denen die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können. Es sei gut, dass der Bundesrat diese Anwendungen jetzt zulasse.

Für die Apotheken bedeutet das aber zusätzliche Arbeit: «Die 200 Apotheken, die bereits Schnelltests anbieten, sind jetzt schon überlaufen», sagt Vaucher. Er hofft, das durch die vom Bundesrat neu geschaffene Rechtssicherheit noch bis Ende Jahr weitere 100 Apotheken dazukommen. Sein Verband hat den Zielwert von schweizweit 600 Apotheken mit Schnelltests im Angebot herausgegeben.