Steuern Bremgarten
Schnellen die Steuerfüsse der Gemeinden bald nach oben?

Bremgartens Steueramtsvorsteher Hans Bopp, der auch den Gemeinde-Steuerfachleuten im Kanton Aargau vorsteht, gibt Entwarnung.

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Der Kanton und die Gemeinden müssen sich als Folge der Wirtschaftskrise auf bescheidenere Steuereinnahmen einstellen. Somit dürfte die ausgeprägte Steuersenkungswelle der letzten Jahre, die auch das Freiamt erfasst hat, abflauen.

«Phase der Stabilisierung»

Zeichnen sich nun in vielen Gemeinden Steuererhöhungen ab? «Nein, zu generellen Erhöhungen dürfte es kaum kommen», sagt Hannes Bopp, der Chef des Steueramts Bremgarten und Präsident der Gemeinde-Steuerfachleute im Kanton Aargau. Bopp geht eher von einer «Phase der Stabilisierung mit grösstenteils unveränderten
Gemeinde-Steuersätzen» aus. Bei den Einkommens- und Vermögenssteuern sei nicht mit massiven Einbussen zu rechnen. Ein wenig anders sehe es bei den Aktiensteuern aus: «Vereinzelte Gemeinden, in denen die Unternehmenssteuern einen schönen Teil der Gesamteinnahmen ausmachen, könnten Probleme bekommen.»

Das Beispiel Bremgarten

Praktisch alle Gemeinden rechnen fürs Jahr 2010 mit einem geringeren Steuerertrag. So auch der Bezirkshauptort Bremgarten. Im Reussstädtchen hat man 2010 Steuereinnahmen im Gesamtbetrag von 13,87 Millionen Franken budgetiert. 2009 lag der budgetierte Steuerertrag leicht höher, bei 14,15 Millionen Franken. Laut Hannes Bopp wird dieses Budgetziel «voraussichtlich um 200 000 bis 300 000 Franken übertroffen». 2010 wird sich kaum ein derartiger Mehrertrag einstellen.

Dass die Wirtschaftskrise Bremgarten nicht verschont, offenbart die Differenz der effektiven Steuereinnahmen 2008 und der budgetierten Steuereinnahmen 2010. Alles in allem nahm Bremgarten vor zwei Jahren 15,8 Millionen Steuerfranken ein. Fürs Jahr 2010 sind Einnahmen im Gesamtbetrag von 13,87 Millionen Franken eingeplant, also zwei Millionen weniger.

«Steuerkraft wichtiger Faktor»

Was zeichnet Gemeinden wie Oberwil-Lieli, Oberlunkhofen oder Berikon aus, die einen sehr vorteilhaften Steuersatz haben? Hannes Bopp: «Ein sehr wichtiger Faktor ist die grosse Steuerkraft dieser Gemeinden der Region Mutschellen und Kelleramt. Hier wohnen überdurchschnittlich viele Leute mit hohen Einkommen.» Auch geografische Vorteile wie die Nähe zu Zürich oder die gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr seien Faktoren, die zählen, genau- so eine umsichtige Finanzpolitik und geschicktes Haushalten.(SL)