Schweiz-Brasilien

Schneider-Ammann glaubt an stärkenden Effekt der Krise

Bundesrat Schneider-Ammann weilt derzeit in Brasilien

Bundesrat Schneider-Ammann weilt derzeit in Brasilien

Die Schweiz und Brasilien, die beide mit einer starken Währung zu kämpfen haben, werden gestärkt aus der aktuellen Krise hervorgehen. Diese Überzeugung vertrat Bundesrat Johann Schneider-Ammann am Freitag bei Gesprächen in Brasiliens grösster Stadt São Paulo.

"Unsere Unternehmen werden innovativer sein", sagte der Bundesrat in der brasilianischen Wirtschafts- und Finanzmetropole, wo er mit Unternehmern, Tourismus-Vertretern und dem Vize-Gouverneur Guilherme Afif Domingos zusammentraf.

"Die Unternehmen beider Länder werden nach Überwinden der Krise effizienter sein und Marktanteile hinzugewinnen", erklärte der Schweizer Wirtschaftsminister. Brasiliens Wirtschaft leidet wie jene der Schweiz an einer starken Währung.

Im Juni erreichte der brasilianische Real gegenüber dem US-Dollar ein Zwölfjahreshoch. Seit 2003 hat sich der Wert des Reals im Vergleich zum Dollar fast verdoppelt. Wirtschaftswachstum, Investitionen und vor allem hohe Zinsen ziehen das Kapital nach Brasilien. Wie in der Schweiz verlangsamt sich deshalb das Wachstum.

Wirtschaftsvertreter beider Länder waren sich in Gesprächen einig, dass das Problem der Währungsschwankungen im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) behandelt werden müsse. Dabei müsse eine neue Währungsordnung angestrebt werden.

Von Bergen und Gletschern

Schneider-Ammann nutzte seine Visite in São Paulo auch zur Werbung für den Tourismus-Standort Schweiz. Bei Treffen mit brasilianischen Tourismus-Verantwortlichen forderte er sie auf, die Schweiz in ihr Angebot aufzunehmen.

"Die Berge und die beeindruckenden Gletscher sind ein wunderbarer Ort um sich zu entspannen und die Batterien aufzuladen; etwas, was ich persönlich auch oft tue", sagte der Bundesrat.

Seine Gesprächspartner ermunterten ihrerseits Schweiz Tourismus, mit anderen europäischen Ländern zusammenzuspannen, um mehr Reisende aus Brasilien anzulocken. Dabei nannten sie Frankreich, Spanien und auch Österreich, die bei den Brasilianern als Reiseziel beliebt seien.

Brasilianische Touristen sorgten im vergangenen Jahr in der Schweiz für rund 170'000 Übernachtungen. Schweiz Tourismus erhofft sich in diesem Jahr eine Zunahme um 20 Prozent und in den kommenden fünf Jahren um 10 bis 20 Prozent, wie Vize-Direktor Urs Eberhard erklärte.

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