Im Gegenzug kommen nun auch junge Brasilianerinnen und Brasilianer leichter in den Genuss einer Arbeitsbewilligung für die Schweiz. Zwei Bedingungen hat der Nachwuchs beider Länder allerdings zu erfüllen: So muss der Abschluss einer mindestens zweijährigen Berufsausbildung sowie ein Alter unter 35 Jahren vorgewiesen werden.

Bundesrat Schneider-Ammann unterzeichnete das Abkommen in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia - gemeinsam mit dem einheimischen Aussenminister Antonio Patriota. Die Schweiz hat bereits mit über dreissig Ländern eine solche Übereinkunft getroffen. Berufliche wie sprachliche Kompetenzen junger Schweizer sollen so gefördert werden.

Grosser Absatzmarkt in Brasilien

Brasilien ist heute die achtgrösste Volkswirtschaft der Welt. Von der Schweiz umworben wird die ehemalige portugiesische Kolonie insbesondere wegen ihrer 191 Millionen Einwohnern, die dank hohen jährlichen Wirtschaftswachstumsraten (2010: 7,5 Prozent) immer kauffreudiger werden.

So will der Bundesrat denn auch seine Beziehungen mit dem zur BRIC-Gruppe zählenden Land in Zukunft zu vertiefen. Jener Gruppe von aufstrebenden Schwellenländern werden des Weiteren auch Russland, Indien und China zugerechnet.

Sondierungsgespräche über Freihandelsabkommen

Volkswirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann hat seinem brasilianischen Amtskollegen am Donnerstag die Aufnahme von Sondierungsgesprächen über ein Freihandelsabkommen vorgeschlagen. Beide betonten die Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Ländern.

Zuerst müsse aber das Bündnis Mercosur, dem neben Brasilien auch Argentinien, Uruguay und Paraguay angehören, eine gemeinsame Basis nach dem Vorbild der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) finden. Dies sagte Schneider-Ammann beim Treffen mit Fernando Pimentel in Brasilia.

Jean-Daniel Pasche, Präsident der Verbandes der Schweizer Uhrenindustrie, überreichte Pimentel ein Botschaft, in der eine Senkung der Importsteuern und -zölle für Schweizer Uhren gefordert wird. Diese belaufen sich zurzeit auf 46 Prozent.