«So etwas habe ich noch nie gesehen», sagt ein Berggänger am Seealpsee vor einer meterhohen Schneewand einer niedergegangenen Lawine. Gleich an mehreren Stellen auf dem Weg von Wasserauen zum Seealpsee sind Spuren von Lawinen deutlich erkennbar. Zwischen den Berggasthäusern Seealpsee und Forelle türmen sich die Schneemassen bis zu fünf Meter neben den Wegen. Es wurden Schneisen in den Schnee geschlagen. Ein anderer Wanderer zeigt auf seinem Smartphone Bilder, wie es vor kurzem ausgesehen hat:

Lawine beschädigte Berggasthaus

Beim Berggasthaus Seealpsee und Forelle wurde man vor Saisonbeginn von den Schneemassen überrascht. Die Wege zu den Häusern mussten mit einem Bagger frei geschaufelt werden. Die Spuren der Lawine sind auch jetzt, einige Wochen nach ihrem Niedergang, noch deutlich zu sehen: Im Schnee wurden Bäume und Felsbrocken zu Tal gebracht.

(Infografik: Raphael Rohner)

(Infografik: Raphael Rohner)

Die niedergegangene Lawine hat das Gasthaus Seealpsee beschädigt. Der Schnee drückte bis zur Terrasse vor dem Gasthaus, wo er die Garage eindrückte und Schäden an der Fassade hinterliess. Das Berggasthaus wurde 1954 schon einmal Opfer einer Lawine. Damals riss eine Lawine das Haus um und es musste neu gebaut werden. Die aktuellen Schäden am Gasthaus wurden unterdessen repariert. Zur Lawine wollen die Bergwirte indes keine Stellung nehmen, trotz der vielen schaulustigen Wanderer, die eifrig Fotos und Videos machen.

Reportage vom Alpsteinsee

Reportage vom Alpsteinsee

Reporter Raphael Rohner hat sich zu Ostern 2019 zum Seealpsee in der Ostschweiz aufgemacht. 19.April 2019. Die Schneeschmelze legt ein Drama frei.

Lawine riss Häuser mit ins Tal

Andernorts gibt der Schnee die verschütteten Gebäude nur langsam frei und das Ausmass des Schadens ist noch unklar. Der Wanderer Johannes Mock zeigt Bilder von oberhalb des Seealpsees bei der Alp Weesen:

Besser sah es bei der Altenalp aus. Dort sähen die Häuser unter dem Schnee intakt aus, sagt Mock.

Ein Gebäude bei der Alp Weesen wurde vom Schnee zerstört.

Ein Gebäude bei der Alp Weesen wurde vom Schnee zerstört.

«Ich warte bis der Schnee meine Masten freigibt»

Die Lawinen, welche wohl zu Beginn des Jahres niedergegangen sein dürften, haben in einigen Gebieten im Alpstein Schäden angerichtet. Während die demolierte Stütze der Säntisbahn repariert wird, sind andernorts die Schäden teils noch unter dem Schnee verborgen. Das Ausmass des Schadens an den Masten der Rotsteinpassbahn ist nach wie vor unklar. Albert Wyss, der Betreiber und Bergwirt vom Rotsteinpass hofft auf Klarheit: «Ich kann noch rein gar nicht sagen, wie schlimm der Schaden ist. Ich warte jeden Tag, bis der Schnee meine Stützen freigibt.»

Der Schaden der Transportbahn beläuft sich nach ersten Schätzungen auf mehrere zehntausend Franken.