Schloss Lenzburg: Knatsch um Helikopterauftrag

Kritik nach Heli-Einsatz in Lenzburg

Kritik nach Heli-Einsatz in Lenzburg

Die spektakuläre Sanierung vom Dach des Schlosses Lenzburg sorgt für rote Köpfe. Die Lenzburger Firma, die den Auftrag letzte Woche mit dem Helikopter ausgeführt hat, zahle die Sozialabgaben nicht.

Roman Schenkel

Dies behauptet zumindest Erich Renfer, Geschäftsführer der Rethan AG. Seine Firma ist bei der Auftragsvergabe unterlegen. "Mich ärgert es sehr, dass eine Firma, die wegen unbezahlter AHV-Beiträge betrieben wird, einen Auftrag von der öffentlichen Hand erhält", so Renfer. Er habe die Stadt Lenzburg wiederholt darauf aufmerksam gemacht. Die Vergabe sei nicht rechtens gewesen.

Dem widerspricht Verena Sommerhalder Forestier, Leiterin des Rechtsdienstes Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau: «Im Bau- und Hauptgewerbe kann eine Gemeinde Aufträge, die kleiner als 300 000 Franken sind, freihändig vergeben. Wenn die Gemeinde nicht zu schaden kommen kann oder keine Garantiearbeiten nachfolgen, spricht rechtlich nichts dagegen.»

Nachforschungen  nach den Ferien

Bleibt die Frage, ob es moralisch nicht fragwürdig ist, einem Unternehmen, das die Sozialabgaben nicht regelmässig bezahlt, einen Auftrag zu vergeben. Die AZ erreichte Hans Huber, Lenzburger Stadtamman, in seinen Ferien: «Dieser Auftrag war sehr klein und ist daher nicht in den Stadtrat gelangt.» Es sei aber schon so, dass die Stadt Lenzburg keine Aufträge an Firmen vergebe, die ihre AHV-Beiträge nicht bezahlen. Er werde dieser Frage nach den Ferien nachgehen.

Meistgesehen

Artboard 1