Busunglück in Siders

Schlimmer Verdacht: Fuhr belgischer Chauffeur absichtlich in den Tod?

Der belgische Unglücksbus.

Der belgische Unglücksbus.

Die Eltern von vier Kindern, die beim Carunglück von Siders ums Leben kamen, krtisieren in belgischen Medien die Ermittlungen der Schweizer Behörden. Ein Vater äussert einen schweren Verdacht: Der Chauffeur habe sich das Leben nehmen wollen.

Am 13. März 2012 kam es im Autobahn-Tunnel bei Siders zu einem schrecklichen Car-Unfall. 22 Kinder und 6 Erwachsene wurden getötet, 24 Kinder wurden verletzt.

Wieso der Chauffeur des belgischen Reisecars in die Notfall-Nische fuhr, ist bis heute ungeklärt. Die Eltern von vier Kindern, die den Unfall nicht überlebten, erheben jetzt in belgischen Medien schwere Vorwürfe gegen die Schweizer Ermittler, wie 20 Minuten online berichtet. Der Schwerwiegendste: Die Schweizer Behörden hätten die Möglichkeit nicht genügend untersucht, dass der Fahrer Selbstmord begehen wollte.

«Das sind keine Süssigkeiten»

Einer der Väter, Tony Reynders, beschuldigt den Busfahrer Geert Michiels schwer. «Auf den Bildern der Überwachungskamera ist deutlich zu sehen, dass nicht gebremst wird. Der Car ist eigentlich mit 100 km/h bewusst in die Nische gesteuert worden», sagt Reynders, Vater der umgekommenen Emma. «Der Fahrer hat es geschafft, den Car in der Nische noch geradeaus zu steuern. Man sieht da ein deutliches Steuermanöver.» Er könne daher leider böse Absicht nicht vollständig ausschliessen, hält Reynders laut «Gazet van Antwerpen» fest.

Raynders begründet seinen Verdacht damit, dass dass der Fahrer Antidepressiva einnahm. «Das sind keine Süssigkeiten. Die nimmt man nicht einfach so. Das will heissen, dass etwas los ist.»
Die Witwe des Fahrers kommt in der Sendung auf VTM allerdings nicht zu Wort.

Zwei Studien sollen für Klarheit sorgen

Ob der Chauffeur sich das Leben nehmen wollte? Bisher haben die Ermittlungs-Behörden festgestellt, dass am Bus kein technischer Defekt vorlag. Und auch eine Manipulation am DVD-Player schlossen sie aus. Der Chauffeur war auch nicht am Handy.

Für mehr Klarheit sorgen sollen nun zwei medizinische Untersuchung. Sie werden Auskunft darüber geben, welchen Effekt das Antidepressivum hatte, das der Chauffeur einnahm, und ob die Verengung seines linken Herzkranzgefässes bei dem Unglück eine Rolle spielte.

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