Fusion Baden Neuenhof - Zu schlechtes Image für ein Ja
Schlechtes Image: Deshalb wollten die Badener keine Fusion mit Neuenhof

Die Auswertung einer Umfrage zeigt, warum eine hauchdünne Mehrheit der Badener Nein zu Neuenhof gesagt hat. Nur 20 Prozent der abstimmenden Badener haben ein positives Bild von Neuenhof.

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Tag des Entscheides rückt in Griffnähe

Tag des Entscheides rückt in Griffnähe

Roman Huber

Die Hauptgründe für das Badener Nein zum Zusammenschluss waren der Ausländeranteil und die grundsätzliche Ablehnung durch chronische Nein-Stimmerinnen und -stimmer.

Das hat eine Nach-Analyse zur Abstimmung ergeben, die der Stadtrat durch das bekannte Forschungsinstitut GfS Bern erarbeiten liess. Den Ausschlag dürften die emotionalen Themen gegeben haben, ist Stadtammann Stephan Attiger überzeugt. Da war die Vorstellung, dass sich die Schulbildung verschlechtern würde oder dass die Steuern für Baden steigen würden.

Zufriedene Bevölkerung

Im Zuge der Analyse wurde auch die Zufriedenheit mit der Wohngemeinde eruiert. 48 Prozent äusserten sich «sehr zufrieden», 46 Prozent «eher zufrieden» mit der Wohngemeinde Baden.

Damit verbunden, tauchten im Zusammenhang mit der Abstimmung Verlustängste auf, die das Ergebnis laut Umfrage geprägt haben. Daraus ging hervor, dass die Badener vor allem die Neuenhofer als Profiteure betrachteten, währenddem sie sich vor höheren Steuern und finanziellen Einbussen fürchteten.

Im Gegensatz dazu waren sich die Stimmberechtigten in hohem Masse einig darüber, dass das politische Gewicht der Stadt Baden nach einem Zusammenschluss mit Neuenhof grösser gewesen wäre. Ebenso hätte man das Zusammengehen aus raumplanerischer Sicht begrüsst.

Vertrauen in Behörden

Obschon das Nein am 13. Juni für die Behörden auf allen Ebenen eine Ohrfeige bedeutete, ortet die Umfrage grosses Vertrauen in die Politik, und zwar mit 64 Prozent der Stimmberechtigten; 19 Prozent sind anderer Meinung, 17 Prozent wissen es nicht oder gaben keine Antwort.

Die Stimmberechtigten sahen sich mehrheitlich als informiert und in der Lage, über den Zusammenschluss entscheiden zu können. Die Chancenerwartung des Zusammenschlusses mochte ansprechen, doch die Kritik war schliesslich stärker. «Aufgrund der hohen Zufriedenheit dürfte die Reformbereitschaft niedriger sein», schliesst Attiger.

Mehrheit für Fusionen

Zwei Drittel des Stimmvolkes stehen künftigen Zusammenschlüssen positiv gegenüber. Der Stadtrat werde jedoch nicht aktiv, wenn nicht die Rahmenbedingungen dazu verbessert würden, erklärt Attiger.