Rhein-Parking
Schlechter Boden stoppt Ausbau des Rheinfelder Rhein-Parkings

Die Erweiterung des Rhein-Parkings in Rheinfelden wurde bis auf weiteres gestoppt. Die Kosten von rund 13,5 Millionen Franken für das Projekt hätten sich beinahe verdoppelt.

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Nadine Böni

Basierend auf einer Machbarkeitsstudie von 2007 mit Kostenvoranschlag hätte das bestehende Rhein-Parking für rund 13,5 Millionen Franken saniert und um 350 Einstellplätze erweitert werden sollen.

Nach umfangreichen Baugrunduntersuchungen werden die Kosten nun auf das Doppelte veranschlagt (vgl. AZ von gestern). Hauptgrund dafür ist der unerwartet schlechte Baugrund. «Der Baugrund ist sehr locker, es hat viele Hohlräume», erklärt Werner Hassler, Verwaltungsratspräsident der Rhein-Parking AG und Rheinfelder Stadtrat.

«Der für die Sicherung des Baugrundes erforderliche Mehraufwand für Fundation, Pfählungen und Baugrubenumschliessung wäre enorm.» Zudem befand sich dort, wo die neuen Einstellplätze hätten entstehen sollen, früher eine Abfallgrube. «Das haben bereits frühere Bohrungen ergeben, welche im Rahmen der Machbarkeitsstudie durchgeführt worden waren», sagt Hassler.

Umfangreichere Bohrungen der Baugrunduntersuchungen hätten nun jedoch ergeben, dass in der Abfallgrube nicht nur Hausratsabfälle, sondern auch industrielle Abfälle liegen. Fachleute gehen davon aus, dass die Mehrkosten für den Bau für die Entsorgung der Altlasten weitere 4 Millionen Franken betragen würden, erklärt der Gemeinderat in einer Mitteilung.

Aufgrund dieser Tatsache hat sich die Rhein-Parking AG entschlossen, das Bauprojekt bis auf weiteres zu stoppen. «Für die AG sind die Kosten im Moment nicht tragbar», sagt Werner Hassler. Rheinfelden plant nun auf nächstes Jahr ein Parkleitsystem. Für die Finanzierung der Erweiterung des Rhein-Parkings hatte die Stadt Rheinfelden ein unverzinsliches Darlehen von 5 Millionen Franken an die Rhein-Parking AG genehmigt.

Dieses wäre im Umfang künftiger Dividendenausschüttungen zu amortisieren gewesen. Mit dem vorläufigen Stopp des Projektes kommt nun aber alles anders. Die Stadt kann ihr Geld behalten. «Die rund 3 Millionen Franken, die wir schon übernommen haben, zahlen wir natürlich zurück», sagt Werner Hassler. Der Verwaltungsrat der Rhein-Parking AG hat sich entschlossen, nun die Sanierung des bestehenden Parkhauses in die Hand zu nehmen.

Der Gemeinderat steht so vor einer überraschenden neuen Situation. Denn seit einigen Jahren ist die Parkier- und Verkehrssituation in und rund um Rheinfelden und vor allem um die Altstadt ein Thema. Da der geplante Ausbau des Rhein-Parkings nicht ausgeführt wird, wird auf nächstes Jahr geprüft, ob ein Verkehrsleitsystem die Situation verbessern könnte. Mittelfristig sollen Alternativen geprüft werden, die sich mit der jüngeren Stadtentwicklung ergeben könnten, schreibt der Gemeinderat in seiner Mitteilung.

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