Verkehrssicherheit

Schlechte Rundumsicht wegen Fahrzeugdesign gefährdet andere

Der berühmte tote Winkel hat schon viele Leben gekostet (Archiv)

Der berühmte tote Winkel hat schon viele Leben gekostet (Archiv)

Seiten- und Heckscheiben wie Schiessscharten, Dachpfosten wie Strassenpfähle, tiefe Sitzposition und nicht versenkbare hintere Kopfstützen - bei vielen Personenwagen ist die Sicht stark eingeschränkt. Die Fachstelle für Zweiradfragen fordert deshalb: «Stopp dem Design-Wahn.»

Denn dieser sei oftmals die Ursache von Unfällen zwischen Autos und Töff- oder Rollerfahrern, da die Autolenker den anderen schlicht übersehen hätten, heisst es in einer Mitteilung der Schweizerischen Fachstelle für Zweiradfragen (SFZ) vom Mittwoch. Pfiffiger Look und gute Crashtestnoten dürften nicht mit schlechter Sicht erkauft werden.

Die Fachstelle zitiert die Beratungsstelle für Unfallverhütung, wonach die Fahrer von Motorrädern oder Rollern bei 54 Prozent aller Kollisionen mit Autos keine Schuld tragen. Fast die Hälfte dieser Unfälle erfolge, wenn Autofahrer das Vortrittrecht des Motorradfahrers missachteten, "sprich: der Autofahrer hat den Motorradfahrer zum Beispiel bei einer Kreuzung schlicht und einfach übersehen".

Messungen belegen laut SFZ, dass bei gewissen Automodellen bis zu einem Drittel der möglichen 360-Grad-Rundumsicht verdeckt wird. Fahren oder stehen Motorradfahrer - oder auch Velofahrer oder Fussgänger - in einem dieser "toten Winkel", kann es zum Crash kommen. Die SFZ ruft die Autofahrer auf, beim Kauf und im Verkehr diesem Umstand Rechnung zu tragen.

Insbesondere beim Befahren von Kreiseln, Kreuzungen, Abbiegezonen sowie beim Rückwärtsfahren und Überholen sei erhöhte Aufmerksamkeit gefordert. Die Zweiradfahrer ihrerseits müssten immer damit rechnen, von Autofahrern übersehenzuwerden.

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