Sudan

Schiedsgericht verändert Grenzziehung im Sudan

Pierre-Mary Dupuy während der Anhörung

Pierre-Mary Dupuy während der Anhörung

Im Streit um die ölreiche Region Abyei zwischen dem Norden und dem Süden des Sudan hat der Ständige Schiedsgerichtshof in Den Haag die Gebietsgrenzen teilweise neu festgelegt.

Zugleich rief der Gerichtshof die Regierung in Khartum und die im Süden regierende Sudanesische Volksbefreiungsbewegung (SPLM) auf, die Entscheidung wie zuvor von ihnen zugesagt uneingeschränkt zu akzeptieren.

Dies sei von überragender Bedeutung für die Fortsetzung des Friedensprozesses im Süden Sudans, sagte der Vorsitzende Richter Pierre-Marie Dupuy. Das Schiedsgericht war von beiden Seiten angerufen worden, die zugleich erklärt hatten, dessen Spruch als bindend zu betrachten.

Im Vorfeld war es in der umstrittenen Region zu bewaffneten Auseinandersetzungen gekommen, bei denen etwa 100 Menschen getötet wurden. Die Akzeptanz der Gerichtsentscheidung gilt UNO-Experten als entscheidend dafür, dass die 2005 für Südsudan vereinbarte umfassende Friedensabkommen verwirklicht wird.

Es sieht für 2011 eine Volksabstimmung über die mögliche völlige Unabhängigkeit des Südsudans vor. Die Bevölkerung der Ölregion Abyei soll gesondert entscheiden, ob sie dann zum Norden oder zum Süden gehören will.

Dem 2005 beendeten mehr als 20-jährige Bürgerkrieg zwischen dem hauptsächlich arabisch-islamischen Norden und dem überwiegend von schwarzafrikanischen Christen und Animisten bewohnten Süden waren mehr als zwei Millionen Menschen zum Opfer gefallen.

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