Niger

Schicksal von Nigers Präsident nach Putschversuch unklar

Soldaten in Niger (Symbolbild)

Soldaten in Niger (Symbolbild)

Nach dem Putschversuch im westafrikanischen Niger wird Staatspräsident Mamadou Tandja angeblich in einer Kaserne nahe der Hauptstadt Niamey festgehalten. Zudem würden mehrere Regierungsmitglieder in einem Gebäude nahe des Präsidentenpalasts festgehalten.

Ein Verantwortlicher, der nicht namentlich genannt werden wollte, sagte der Nachrichtenagentur AFP, auch der Tandja beigeordnete Offizier sei in die 20 Kilometer westlich von Niamey gelegene Garnison Tondibia gebracht worden.

Zwei Minister sagten in einem per Handy geführten Telefongespräch mit der Nachrichtenagentur AFP, sie seien eingeschlossen und kämen nicht heraus. Sie befänden sich an dem Ort, wo eigentlich die Kabinettsitzung hätte stattfinden sollen. Tandja sei weggebracht worden. Ihre Namen wollten die beiden nicht nennen.

Dagegen veröffentlichte die Regierung am Abend in London eine Stellungnahme, in der es hiess, Tandja und seine Minister seien in Sicherheit. In Armeekreisen wiederum hiess es, der Staatsstreich unter dem Kommando von Major Adamou Harouna sei erfolgreich gewesen.

Augenzeugen zufolge hatten am Donnerstag Soldaten den Präsidentenpalast angegriffen. Aus einem von einer Rakete getroffenen Panzer nahe des Palastes seien drei Soldaten tot geborgen worden. In ein Spital wurden fünf verwundete Soldaten eingeliefert.

In der Hauptstadt Niamey waren stundenlang Schüsse von Maschinengewehren und schweren Waffen zu hören. Soldaten und Panzer waren auf den Strassen unterwegs.

Das staatliche Radio erwähnte die Vorgänge bislang mit keinem Wort, sondern spielte Militärmusik. Private Radiosender dagegen berichteten von Rauchwolken aus dem Präsidentenpalast und flüchtenden Menschen.

Tandja hatte sich 1999 an die Macht geputscht. Der Präsident regiert Niger per Notstandsdekret. Im vergangenen Jahr baute er seine Machtbefugnisse noch aus: Er löste das Parlament auf und setzte eine Verfassungsreform durch, um nach Ablauf seiner zweiten fünfjährigen Amtszeit im Dezember 2009 an der Staatsspitze bleiben zu können.

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