Am Wochenende lancierte Medienpionier Roger Schawinski sein neues Buch «Verschwörung!», in dem er sich mit der Entstehung der Verschwörungstheorien, die «Schweiz am Wochenende» berichtete darüber. Nun stand er auch Markus Gilli im «Talk Täglich» Red und Antwort.

Die Kombination von 9/11 und dem Durchbruch des Internets sieht Schawinski als Nährboden für die Ausbreitung der Verschwörungtheoretiker. «Sie wollen die Menschen verunsichern und das Vertrauen in Institutionen zerstören», ist Schawinski überzeugt. Dabei geht es auch um Macht. «Verschwörungstheoretiker wollen selber Macht ausüben und das bestehende  System schwächen.»

Als Beispiel für einen Verschwörungstheoretiker nennt Schawinski Daniele Ganser, der im Buch ausführlich besprochen wird. Ganser war zusammen mit Schawinski vor etwas mehr als einem Jahr in der SRF-Sendung «Arena», die beiden gerieten dabei heftig aneinander. Ganser stellt regelmässig die offizielle Geschichtsschreibung in Frage. Schawinski versucht in seinem Buch, den Thesen von Ganser Fakten gegenüberzustellen.

Moderator Gilli provoziert: «Man könnte doch auch sagen: Einer wie Daniele Ganser sagt die Wahrheit und lässt sich nicht unterjochen.»

Schawinski widerspricht. «Was er sagt, können die Zuschauer nicht überprüfen. Er zeigt Dokumente und sagt, er wolle nur Fragen aufwerfen. Aber er manipuliert, weil er die offiziellen Fakten in Frage stellt. Das ist eine Taktik von Verschwörungstheoretikern.»

«Trump ist der grösste Verschwörungstheoretiker»

Schawisnki zählt zwei weitere Wege auf, wie Verschwörungstheoretiker vorgehen. «Sie stellen sich auf eine höhere Stufe, zum Beispiel mit Verweis auf ihren akademischen Grad. Damit wollen sie ihre Glaubwürdigkeit unterstreichen. Und sie stellen sich als Opfer dar, etwa von den Medien.»

Trump, so Schawinski, sei zur Zeit der grösste Verschwörungstheoretiker. Er benutzte diese Theorien, um seine Macht zu sichern und die seriösen Medien zu diskretitieren. 

Die Medien, wirft Gilli ein, seien durchaus mitschuldig am Erfolg von Verschwörungstheoretikern. «Wenn wir bessere Arbeit leisten würden, dann könnte man nicht von Lügenpresse reden.»

Schawinski nimmt den Einwand auf. «Niemand ist fehlerfrei, auch die Medien nicht», gibt er zu. Aber: «Die Medien geben Fehler zu und korrigieren sie. Das machen Verschwörungstheoretiker nicht.»

Im Gegenteil, erklärt Schawinski. «Verschwörungstheoretiker haben ein festes Weltbild und leben in einer Echokammer. Für Gegenargumente sind sie nicht mehr zu erreichen, ihre Überzeugung wird immer stärker.»

«Was ist dann das Gegenmittel», will Gilli wissen. «Bescheiden sein», so Schawinski. «Akzeptieren, dass es keine einfachen Antworten gibt und keine absolute Wahrheit. Aber wir müssen nach Fakten suchen und uns darauf konzentrieren.»

 Schauen sie die ganze Sendung: 

Schawinski gegen die Verschwörer

Schawinski gegen die Verschwörer

«Die Verschwörungs-Szene wird grösser, aggressiver und beängstigender» Roger Schawinski will über die Verschwörungs-Szene Klarheit schaffen.