Schalunen

Für Zugfahrende aus der Umgebung von Schalunen könnten die Aussichten wahrlich besser sein. Der Regierungsrat beantragt dem Parlament, die Motion zum halbstündigen Halt der RBS in Schalunen abzulehnen. Das letzte Wort sei allerdings noch nicht gesprochen, sagen Politiker.

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In seiner Antwort zur Motion «Einführung des Halbstundentaktes in Schalunen» schreibt er, Büren zum Hof und Schalunen haben mit 100 beziehungsweise 120 täglich ein- und aussteigenden Passagieren ein «sehr kleines» Fahrgastpotenzial. Es entspreche lediglich 50 beziehungsweise 60 Benutzern pro Werktag und mache damit anteilsmässig nur 10 Prozent der Frequenz von beispielsweise Bätterkinden aus.

Ausserdem erlaube die Einpassung der Züge in die Knoten Bern und Solothurn nicht, sowohl Büren zum Hof als auch Schalunen mit jedem der halbstündlichen Züge zu bedienen. Aus diesem Grund würden die beiden Haltestellen alternierend, mit jedem zweiten Zug bedient. Nur so könnten die gegenwärtigen Fahrzeiten eingehalten und die Anschlüsse in Bern und Solothurn gewährt werden. Kurzfristige Änderungen seien nicht möglich.

Eine Frage der Flexibilität

Für Grossrat Thomas Fuchs (SVP) - er hat die Motion eingereicht - ist klar, dass das nur eine Frage der Flexibilität ist. Deshalb sei er mit der Antwort des Regierungsrates gar nicht zufrieden, sagt er auf Anfrage. Ausserdem habe der Regierungsrat mit der Aussage über das Angebot 2014 bis 2017 quasi bestätigt, dass die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs in dieser Region ein Bedürfnis sei. Fuchs beruft sich auf jenen Teil der Antwort, in dem der Regierungsrat schreibt:

Die Entwicklung des Bahnangebots im Korridor Bern - Solothurn setze einen grösseren Ausbau der Infrastruktur voraus. Die Ausbauschritte sowie die Kostenfolgen müssten jedoch noch in Abhängigkeit von Rollmaterial und Infrastrukturbedarf überprüft werden. Erst im zweiten Halbjahr 2009 würden entsprechende Resultate vorliegen. Das konkrete Angebot werde der Grosse Rat im Rahmen des übernächsten Angebotsbeschlusses (2014 bis 2017) festlegen.

Fuchs will an Motionsform festhalten

Dass der Halt in Schalunen wirklich ein Bedürfnis ist, bestätigten ebenfalls die 1950 Unterschriften, die innerhalb von sechs Wochen gesammelt worden seien, sagt Fuchs weiter. Und genau auf diesen Umstand beruft sich auch Markus Lüscher (SVP), Schalunens Gemeindepräsident.

Er zähle jetzt auf die Politiker aus der Region, die den Puls der Bevölkerung kennen und darauf, dass der Kanton sein Versprechen einhalte: Nämlich dass ein Teil der Gelder aus dem Finanz- und Lastenausgleich (Filag) für die Optimierung der öffentlichen Verkehrsmittel eingesetzt würden.

Trotz der negativen Antwort des Regierungsrates - er beantragt dem Grossen Rat, die Motion abzulehnen - zeigt sich Fuchs kämpferisch und sagt: «Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.» Er zähle nun - wie Lüscher auch - auf die Politiker aus der Region. Auf jeden Fall werde er in der Märzsession des Grossen Rates weiter an der Motionsform festhalten. (mz/iba/lba)

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